#9 Neuapostolische Kirche: Warten auf Jesus

Die Neuapostolische Kirche ist eine der größten christlichen Glaubensgemeinschaften in Deutschland. Doch was glauben Mitglieder dieser Kirche? Und was unterscheidet sie von der evangelischen und katholischen Kirche? In dieser Folge kommen Aussteiger, Beobachter und die Kirche selbst zu Wort. Ist die Neuapostolische Kirche eine problematische Gruppe?

 

Credits:

Postproduktion: Tobias Sauer, ruach.jetzt

Die Titelmusik zu dieser Folge stammt von Kevin MacLeod, die Trenner-Sounds von Sergey Cheremisinov.

Soundscape: CC0, außer:

Dexter Britain, “Seeing the Future”, unter CC-BY-NC-SA 3.0

Weiterführende Literatur, Links und Videos

Zur Geschichte der NAK

Literatur

  • Fincke, Andreas: “Und sie bewegt sich doch!”, EZW-Texte Nummer 193, 2007.
  • Hempelmann, Reinhard et al. (Hg.): Panorama der Neuen Religiosität, S. 509-521(2.1.1 Die Neuapostolische Kirche). Güthersloher Verlagshaus, 2001.
  • Pöhlmann, Matthias; Jahn, Christine: Handbuch Weltanschauungen, Religiöse Gemeinschaften, Freikirchen; S. 268-319 (3. Apostolische Bewegung). Güthersloher Verlagshaus, 2015.

Webseiten

11 Äußerungen zu #9 Neuapostolische Kirche: Warten auf Jesus

  1. Moin!
    Interessante Folge, die NAK kannte ich noch gar nicht. Daher kann ich vielleicht auch nicht sagen ob du zu oder zu wenig kritisch warst. Ich persönlich denke es war ausgewogen.
    Interessant fand ich den Aspekt, dass man auch Verstorbene noch taufen kann, die das im Jenseits aber dann selbst entscheiden können. Eine sehr fortschrittliche Einstellung, schade dass Kinder trotzdem getauft werden bevor sie sich frei entscheiden können (http://www.nak.org/de/glaube-kirche/nak-von-a-bis-z/glossar/all/holybaptism/).

    Vielen Dank für die Mühe, ich kann mir vorstellen, dass es schwierig ist die Interviews zu organisieren. Da hat sich das Warten gelohnt :). Meiner Meinung nach kannst du sowas gern häufiger machen, wenn es die Zeit zulässt.

    Ciele Grüsse,
    Dennis

    1. Hallo Dennis,
      danke für deinen Kommentar! Freut mich, dass du die Folge als ausgewogen wahrnimmst, denn genau so ist sie gewollt. So viele Gespräche werde ich nicht für jede Folge führen können, aber es wird sicher immer wieder die ein oder andere Folge geben, bei der ich so etwas auch einbaue.

      Was die Taufe von Kleinkindern angeht: Das hängt ja auch sehr vom jeweils eigenen Tauf-Verständnis ab. Die Ev/Kath Kirchen machen das ja auch – da wird dann der Aspekt der Taufe betont, dass die Taufe in erster Linie eine Segenszusage Gottes ist, für die der Mensch nichts tun muss und sich auch nicht erst dafür entscheiden muss. In baptistischen Gemeinschaften z.B. wird hingegen der Entscheidungs-Aspekt ganz deutlich vorausgesetzt und betont. Da gibt es einfach eine gewisse Vielfalt.

      Liebe Grüße!
      Fabian

  2. Hallo Fabian!

    Respekt! Bei so einer fundierten Recherche und informativ-spannenden Folge dürfen die Abstände zwischen den Folgen ruhig öfter so lang sein. Die NAK hatte ich bisher eigentlich nur als der katholischen Kirche ähnliche, unwichtige Absplitterung im Kopf und mir überhaupt keine Gedanken über diese “Unterart” des Christentums gemacht.

    Du hattest ja um Erfahrungen mit Sekten und Ähnlichem gebeten. Die kann ich leider (okay, wahrscheinlich eher zum Glück) nicht vorweisen.
    Allerdings bin ich in einer streng katholischen Familie aufgewachsen; purer bigotter, bayerischer “Wahre-den-Schein”-Katholizismus. Davon konnte ich mich erst im Laufe der Pubertät Schritt für Schritt lösen.
    Mittlerweile bin ich 26 und empfinde Vieles an der katholischen Kirche und v.a. an ihren Weltanschauungen und Riten nur noch als befremdlich und auch kritisierbar.
    Ich bin kein spiritueller Mensch, habe aber retrospektiv bei mir selber feststellen können, wie mächtig bestimmte Narrative und Rituale einer Glaubensgemeinschaft sein können, besonders wenn sie einem von Kindesbeinen an als exklusivitische Wahrheit eingetrichtert werden.

    Ich wünsche dir noch viel Erfolg mit deinem Podcast und mir noch viele neue Secta-Folgen 😉

    Viele Grüße
    Nina

    1. Hallo Nina,
      vielen Dank für das Lob und die offenen Worte 🙂 Ich werde mir Mühe geben, weiterhin gut recherchierte Folgen zu liefern, wenn ich auch dieses Maß an O-Tönen nicht immer werde einbauen können.

      Liebe Grüße
      Fabian

  3. Herzlichen Dank für diese gut recherchierte und meines Erachtens nach ausgewogene Darstellung der neuapostolischen Kirche, die sich auch auch fachlich-theologisch nach meinem Laienverständnis auf hohem Niveau bewegt und große Lust auf die anderen Folgen Deines Podcasts macht.

  4. Hallo Fabian,

    vielen Dank für diesen sehr ausführlichen Podcast. Ich selbst bin aktive neuapostolische Christin, stehe manchen Ansichten der NAK jedoch ebenfalls kritisch gegenüber und habe auch vor der “Änderung und Öffnung” der NAK in meiner Kindheit und Jugend viel Negatives erlebt. Umso interessanter finde ich, dass dieser Podcast sehr respektvoll und anerkennend gegenüber allen Seiten gehalten ist. Ich bin der Ökumene gegenüber sehr positiv gestimmt und beteilige mich auch zeitweise an Aktivitäten in der evangelischen Gemeinde in unserem Ort. Dies wird auch sehr wohlwollend wahrgenommen. Das alles hat sich im Laufe der Zeit sehr positiv entwickelt und das finde ich sehr angenehm, denn wenn man es mal aus der Sicht von Jesus betrachtet, war das mit Sicherheit nicht Sinn und Zweck seiner Lehre, dass sich Menschen spalten und abgrenzen. Jesus war immer für die Gemeinschaft und die Liebe untereinander. Leider sind “religiöse Probleme” menschengemacht und entsprechen nicht meiner Glaubensüberzeugung im Sinne des Evangeliums. Also nochmals herzlichen Dank für diesen sehr interessanten Podcast. Herzliche Grüße Nadine

    1. Liebe Nadine,
      es freut mich sehr, solche von einer aktiven neuapostolischen Christin zu lesen, denn es zeigt mir, dass ich es geschafft habe, zu kritisieren bzw. meine Meinung zu sagen, ohne, dass es respektlos ist. Ich stimme dem, was du schreibst, voll zu. Vielen Dank für deinen Kommentar!

      Liebe Grüße
      Fabian

      1. Hallo Fabian,
        Danke für den ausführlichen Bericht zur NAK, der für diese sehr positiv ausfällt und ihre Bemühungen sich zu öffnen darstellt.
        Ich würde mir eine kritische Betrachtung der psychologischen Instrumente die damals eingesetzt wurden und die subtileren Formen psychologischer Manipulation die heute stattfinden wünschen.
        Wo früher mit angsterzeugenden Bildern im Gottesdienst, in der Sonntagsschule (ab ca. 6 Jahre) in Kindergottesdiensten, Jugendstunden, Ausflügen, unangekündigten Hausbesuchen…. und in der im Beitrag nicht erwähnten Zeitschrift “Unsere Familie” gearbeitet wurde, werden heute 3 jährigen in der Vorsonntagschule die Inhalte der NAK
        vermittelt. Dazu werden teilweise gut ausgebildete Pädagoginnen (dies ist kein Amt) eingesetzt.
        Nicht erwähnt wurde die von Stammapostel Bischoff vertretende Erwartung Jesus würde zu seinen Lebzeiten kommen, was wiederum zu einer Zersplitterung der Sekte führte. Es fehlt auch die Nähe der NAK zum Nationalsozialismus und deren Sympathie für totalitäre Systeme (z.b. DDR).
        Die NAK nimmt 10 % des Gehaltes ihrer Mitglieder als Opfer. Wo verbleibt dieses Geld? Wie kommt es das die NAK keine ganzheitliche Organisationsform besitzt sondern aus vielen einzelnen Gemeinden besteht, deren Oberhäupter sich dann in der NAK zusammenschließen? Wie nutzt die NAK anlässlich des Mitgliederschwundes in Deutschland öffentliche Veranstaltungen, Spenden und Interwies, um wieder neue Mitglieder zu gewinnen?
        Wie viele der NAK Mitglieder leiden auch heute noch unter pathologischen Folgen ihrer Endzeiterwartung für die sie sich abstrampeln müssen?

        Interressante Autoren:
        Olaf Stoffel
        Helmut Obst

        Links
        https://agwelt.de/2014-07/hat-sich-die-neuapostolische-kirche-geaendert/ Brennpunkt Weltanschauung 1/2014
        https://www.sektenausstieg.net/sekten/46-lebensberichte/19-droge-gott 2000
        http://www.nak-info.de/blog/blog.html#a0005
        https://www.canities-news.de/die-neuapostolische-kirche/
        http://www.rothenburg-unterm-hakenkreuz.de/die-neuapostolische-kirche-diente-sich-den-nationalsozialisten-an-die-rothenburger-gemeinde-ist-eine-nachkriegsgruendung/
        u.v.a.
        https://www.naktalk.de/category/kirchenlehre/

  5. Hallo Fabian,
    in meinem Beitrag habe ich über psychologische Manipulation in der NAK geschrieben, dies möchte ich gern konkretisieren.
    Detlef Streich liefert eine gute Analyse des Predigtstils in der NAK.

    Zitat aus:
    Sprachliche Mittel zur mentalen Zwangsüberzeugung in der Neuapostolischen Kirche
    Detlef Streich

    Eine rhetorische Stilmittelanalyse
    Dargestellt und untersucht am Beispiel einer Predigt vom 28. 9.08 und weiterer Schriften des Kirchenpräsidenten der NAK, Herrn Dr. Leber

    “Die besonders beachtenswerte hypnotische Trance ist ein Zustand stark eingeengter Aufmerksamkeit oder herabgesetzter Wachheit, in der Menschen über Suggestionen in eine andere Wirklichkeit versetzt werden können. Das aktive, kritisch-urteilende Denken schwindet und der Mensch gleitet in einen passiv-rezeptiven Modus der gedanklichen Verarbeitung hinüber. Solche Zustände können eintreten beim „Eintauchen in Geschichten“, oder bei „bestimmten Arten von Vorträgen und Predigten“ unter einer „spezifischen Verwendung von Sprache“ . Man spricht dabei von „indirekter“ oder „natürlicher Tranceinduktion“, die im Unterhaltungsstil durch das NLP-Prinzip „Pacing and Leading “ (Abholen und Führen), dass heißt durch das Eingehen auf die Person und die beabsichtigte Führung der Interaktion, ohne Druck, ohne große Anforderungen und ohne direkte Befehle herbeigeführt werden kann. ”

    Eben dieses findet sich m. E. auch wieder im Beitrag:
    Bezirksapostel Brinkmann auf dem Jugendtag NRW in Dortmund (letzter Link oben)

    Viele Grüße

    Anne

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