#23 Kirche des letzten Testaments (Vissarion)

In der sibirischen Taiga leben einige Tausend Menschen in Ökopolis Tiberkul, einer ökologischen und spirituellen Gemeinschaft. Gegründet wurde sie von einem Mann namens Vissarion, der sich selbst zum wiedergeborenen Christus ernannt hat. Was hat es mit dieser Gruppe um den selbsternannten Messias Sibiriens auf sich? Und welche Gefahr birgt sie?

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5 Äußerungen zu #23 Kirche des letzten Testaments (Vissarion)

  1. Spannende Folge, vielen Dank. Lustig fand ich besonders, dass ich scheinbar nicht die Einzige bin, die die Gesänge an Taizé erinnert haben…
    Bei Youtube bin ich auf ein Video gestoßen, das nach dem Kanal zu schließen, von einem Anhänger Vissarions erstellt wurde und deutlich rechtsextreme Anklänge hat: Demnach soll der Ursprung der arischen Rasse in Südsibirien liegen und es gibt einen positiven Bezug auf Oswald Spengler: https://youtu.be/2dzE8fQMJPQ
    Weiß jemand mehr?

  2. Hallo Fabian,

    ich muss vor allem wieder Mal Danke sagen, dein Podcast ist – immer noch – immer wieder interessant, die Einblicke durch deine Recherchen und deine Ansichten dazu sind es wirklich wert gehört zu werden.
    Ich leider weder auf sozialen Medien aktiv noch habe ich was mit i-tunes am Hut, sonst würde ich dich dort schon bewert(b)en , so bleibt mir nur hin und wieder hier einen Kommentar zu hinterlassen.

    LG, Thomas

  3. Hallo Fabian,

    ich bin heute auf deinen Beitrag gestoßen und möchte darauf eingehen und kann vielleicht einige Details ergänzen bzw. auch korrigieren. Denn ich war bereits zwei Mal in der sibirischen Gemeinschaft, insgesamt über 2 Monate und davon auch vier Wochen in der Wohnstätte der Morgendämmerung. Ich tauche sogar in dem Arte Beitrag auf, der im August gedreht wurde.

    Siegfried und Petra kenne ich auch ganz gut und habe auch die meisten anderen Deutschen Bewohner vor Ort kennengelernt. Außerdem habe ich so ziemlich alles vom Letzten Testament gelesen, was bisher auf deutsch übersetzt worden ist.

    Zunächst einmal allgemein zu deinem Beitrag.
    Ich finde die Art, wie du an die Gemeinschaft Vissarions von der Ferne herangegangen bist, alleine auf Internet-Recherche gestützt, sehr angenehm. Andere Beiträge auf deiner Seite habe ich mir nicht angehört, mir gefällt allerdings der Gedanke, sich mit unterschiedlichsten Strömungen zu befassen.
    Das habe ich auch getan, allerdings mehrfach sehr intensiv auch “von innen”. Das hat mir keineswegs geschadet, sondern mich wachsen lassen.

    Deinen Beitrag über die Kirche des Letzten Testamentes fand ich in den meisten Teilen zurückhaltend, neutral, reflektiert. Wunderbar! Ein solche Herangehensweise würde ich mir viel öfter wünschen. Leider begegnen die meisten Menschen solchen für sie ungewöhnlichen, neuen Erscheinungen mit viel mehr Ablehnung, mit Angst und Verleumdungen, die sie irgendwo aufgeschnappt haben und die sie bereitwillig wiedergeben. Solche Aussagen zeigen dann meist viel mehr üben jenen, der sie macht, als über die Gruppe, über die gesprochen wird.

    Ich möchte einige deiner Aussagen ein wenig gerade rücken. Zunächst einmal untersagte Vissarion für den Beginn der Besiedelung der Wohnstätte der Morgendämmerung nicht Äxte, sondern Kettensägen. Sägen UND Äxte waren erlaubt. Mittlerweile werden aber auch Kettensägen eingesetzt.
    Es gibt dort mittlerweile auch Internet und die Gemeinschaft hat 2016 die Straße endlich fertiggebaut, sodass man keinen langen Fußmarsch mehr auf sich nehmen muss, wenn man in die Sonnenstadt will.

    Was die Kontrolle der Schulen angeht:
    Russland ist insofern freiheitlicher als Deutschland, als dass es keine Schulanwesenheitspflicht für die Kinder gibt. Aber es gibt eine Bildungspflicht und die wird dadurch überprüft, dass alle Kinder jedes Jahr eine staatliche Prüfung ablegen müssen. Und damit diese Prüfungen geschafft werden können, sind auch die Lehrpläne in der Gemeinschaft ganz ähnlich jenen im Rest des Landes.
    Ich habe in der Schule in der Sonnenstadt 2 Wochen lang Englisch unterrichtet, was mir eine Freude war.
    In Petropavlovka hat der Staat sogar eine neue Schule gebaut, in der sowohl der Direktor und die meisten Lehrer Nachfolger sind.

    Du sagtest, dass es keine soziale Absicherung gibt. Nun. Alle älteren Menschen bekommen die normale staatliche Rente. Es gibt Kindergeld.
    Außerdem gibt es für alle, die sich da anschließen wollen auch die Einige Familie. Das ist ein sehr wesentliche Absicherung für den Krankheitsfall und im Alter.

    Was die Einstellung zur modernen Medizin angeht, muss ich ein wenig korrigieren.
    Vissarion betrachtet die moderne Medizin wie eine Reihe von Bändern und Schnüren, die den Organismus notdürftig zusammenhalten können, aber nicht die Ursachen für seinen Verfall beheben. Das heißt, dass sie im Moment und für die überwiegende Mehrheit der Menschen noch nötig ist. Er verbietet auch keinem seiner Anhänger Medikamente. Und wenn sich jemand schwer verletzt, dann wird ihm natürlich geholfen, er wird ins Krankenhaus gebracht und dort professionell versorgt. Das nicht tun, würde ja der Nächstenliebe widersprechen, die an erster Stelle in der Gemeinschaft steht. In beinahe jedem Dorf gibt es einen Zahnarzt.
    In der Sonnenstadt war ich auch mal beim Arzt und der hat mir alle Wirbel wieder ausgerichtet, sodass sich die starken Verspannungen lösten. Geld hat er dafür nicht haben wollen.
    Ich habe mit einer Nachfolgerin vor Ort gesprochen, bei der Brustkrebs vermutet wurde. Daraufhin ging sie ins Krankenhaus und bekam auch die Diagnose. Sie entschied sich gegen die Chemotherapie und versuchte es mit anderen Mitteln. Die nächsten Jahre waren nicht leicht, aber mittlerweile sind über 10 Jahre vergangen, ihr geht es verhältnismäßig gut und sie kann weiterhin alle ihre Arbeiten erledigen.
    Meine Großmutter hatte auch Brustkrebs, sie unterzog sich einer Chemotherapie und starb. Sicher. Das sind nur zwei einzelne Beispiele und nicht repräsentativ. Aber sie zeigen doch deutlich, dass es nicht falsch sein muss, sich an manchen Stellen dem Empfehlungen der modernen Medizin zu entziehen.
    Du sagtest, dass Polygamie akzeptiert wird, vor allem bei Vissarion.
    Das ist schlicht falsch.
    Er gab der Gemeinschaft ja einige “Lichter, die den Weg zur Vollkommenheit erleuchten sollen”. Diese werden traditionell auch einfach “Gebote” genannt.
    Das 53. dieser “Gebote” lautet nun:

    “In seinem Eheleben soll der Mensch nur einen Auserwählten haben,
    Denn die Naturliebe kann nur zwischen zweien entstehen, die einander verbunden sind. Die Naturliebe ist eine der drei Schwestern der Mutter Vollkommenheit und entsteht zwischen einem Mann und einer Frau. Wer sich davon abwendet, sie zu erreichen, schließt das Tor der Vollkommenheit vor sich.
    Wenn ein Mann danach trachtet, mehrere Ehefrauen zu besitzen, so kommt dadurch nur seine Schwäche gegenüber körperlichen Bedürfnissen ans Licht und die Unfähigkeit, Harmonie in der Naturliebe zu erlangen. ”

    Menschen, die gerne verleumden, haben verbreitet, dass die Gemeinschaft Polygamie erlaubt, weil sie überhaupt nicht genau hinsehen und haben damit auch wieder mehr über sich selbst ausgesagt, als über die Gemeinschaft.
    Vissarion hatte mit seiner Ehefrau fünf Kinder. Dann haben sie sich getrennt und diese Frau ist mit den Kindern in die nächsten Großstadt gezogen (die beiden ältesten, längst erwachsenen Söhne sind mittlerweile aber wieder in die Gemeinschaft gezogen, wenn auch nicht direkt zu ihren Vater.)
    Dann, nachdem seine erste Ehefrau weggezogen war, kam er mit seiner zweiten Frau zusammen. Sowas passiert heute in der westlichen Welt andauernd und ist weder ungewöhnlich noch verwerflich.
    So, wie bei uns auch gibt es auch in der Gemeinschaft die Situationen, dass sich Liebe einstellt zwischen einem der Eheleute und einem dritten Menschen. In diesem Fall wird eine Art Zwischenzustand erlaubt (vor allem zum Wohle der Kinder), in dem möglicherweise auch mal für eine Weile drei Menschen in einem Haus leben.
    Das ist aber nicht so gedacht, dass dann eine Frau oder ein Mann gleichzeitig mit zwei Menschen ein Paar bildet. Dieser außergewöhnliche Zustand wird als Chance für inneres Wachstum betrachtet, weil die Eifersucht ein starkes Feuer des Egoismus sein kann. Und wenn man das eine Weile erträgt, kann man geduldiger und liebevoller werden, sodass die unschönen Emotionen der Eifersucht langfristig gelöscht werden. Besonders jene Menschen, die sehr eifersüchtig sind, können sich das überhaupt nicht vorstellen und packen diese Seite im Leben der Gemeinschaft gerne in die Schublade der Polygamie, wo sie aber nicht hineingehört.
    Ich bin einem solchen Paar begegnet, was so eine Phase durchgestanden hat. Sehr beeindruckend, aber das wäre eine längere Geschichte.

    Was die Religions- und Glaubensfreiheit angeht und die tatsächliche Zahl von Nachfolgern. Ich empfand es als äußerst wohltuend, dass es einen sehr harmonischen Verlauf gibt von jenen Menschen, die direkt bei Vissarion wohnen und sein Wort tief in sich aufgenommen haben und jenen, die weiter weg wohnen. In der Sonnenstadt wohnen ausschließlich Nachfolger (wobei die Kinder nicht automatisch als solche betrachtet werden und völlig frei entscheiden können, ob sie bleiben oder in die Welt gehen, wenn sie erwachsen sind.)
    Im naheliegendsten Dorf gab es zuletzt noch einen einzigen Einheimischen und 150 Nachfolger. Im nächsten Dorf sind 200 Nachfolger und 100 Einheimische. Dann im nächsten Dorf leben etwa 700 Nachfolger und 800 Einheimische… Und so weiter.
    Es gibt viele gute Beziehungen zwischen Nachfolgern und Nicht-Nachfolgern. Da werden keine harten Grenzen gezogen. Es sind in den letzten Jahren auch viele Menschen in diese Dörfer gezogen, weil sie die Natur und die neuen Menschen dort schätzen, auch wenn sie Vissarion nicht als Wiedergeburt Christi ansehen.
    Ich habe auch einen Österreicher kennengelernt, der mit seinem Fahrrad einmal um die Welt reiste und sich entschieden hat, dort zu wohnen, weil es ihm dort so gut gefällt, aber er brauche Vissarion nicht, wie er mir sagte.
    Ein Teil der Nachfolger, (nicht der Überwiegende) hat sich in den Dörfern jeweils noch ein wenig enger zur “Einigen Familie” zusammengeschlossen, was absolut freiwillig ist. Ich sprach auch mit einem Ehepaar, was einige Jahre in der Sonnenstadt wohnte und nun getrennt in zwei der Dörfern lebt. Sie beide sind aus der “Einigen Familie” ausgetreten, weil sie nicht mehr so viel beitragen konnten oder wollten, sind aber beide weiterhin Nachfolger. Ich fragte sie jeweils, ob es Probleme bei ihrem Austritt gab. “Nein, wieso Probleme?” War ihre Antwort.
    Ich glaube, man findet auch unter Russen kaum jemanden, der als erboster Aussteiger auftreten wird, weil die persönliche Freiheit eines der obersten Prinzipien in der Gemeinschaft ist. Niemand wird festgehalten oder gezwungen.
    Natürlich, wenn er sich zu etwas freiwillig verpflichtet hat und dafür auch Teil des Netzwerkes der Gemeinschaft sein will, dann wird schon darauf geachtet, dass er das auch einhält. Aber wenn er das nicht mehr möchte und wieder ein Stück zurücktreten will, kann das jeder jederzeit tun.

    Deine Darstellung über die Einstellung der Gemeinschaft zum Thema Ökologie fand ich sehr gelungen und stimmig. Ja, da besteht tatsächlich eine spirituelle Ökologie. Das bedeutet dann aber auch, dass es eine offene Müllhalde am Wegesrand gibt und die Russen sich nicht so sehr um auslaufendes Öl oder dergleichen kümmern. … In ökologischem Bewusstsein könnte die Gemeinschaft und die Russen generell sicherlich noch einiges von uns Deutschen lernen. Das gehört auch zu den Dingen, die die Deutschen stört, die da leben.
    Vissarion sagt dazu, dass der Müll aufhört, wenn es keine Geschäfte mehr gibt, wo man einfach solche Dinge kaufen kann, die dann Müll erzeugen. Man soll möglichst alles selbst herstellen.
    Ja, das ist ein radikaler Ansatz. Aber wie du schon wunderbar gesagt hast. Bewundernswert, wenn Menschen das ernsthaft angehen. Und in der Gemeinschaft gibt es tatsächlich sehr wenige Autos, die Busse kommen nicht oft, werden dann aber gut genutzt. Das Essen kommt zum großen Teil aus dem Garten, das Baumaterial zum großen Teil aus den umliegenden Wäldern….
    Mit so einem hohem Selbstversorgungs-Grad ist der ökologische Fußabdruck der Gemeinschaft sicherlich wesentlich geringer als der in Deutschland. Insofern könnten auch wir mit unserem “weit entwickelten ökologische Bewusstsein” noch einiges von der spirituellen Ökologie der Einfachheit lernen, welche die Menschen dort ganz selbstverständlich leben…
    Ich finde es auch bemerkenswert, dass viele Akademiker, Künstler und sogar hohe Beamte in die Gemeinschaft gezogen sind, ihre Stellung, ihren Ruf, ihre Karriere aufgaben, um sich dort zusammenzuschließen und selbst zu versorgen. Einige haben da ihren Lebensstandard bewusst ein Stück weit aufgegeben zum Wohle der Erde und zum Wohle der Menschheit aus ihrer Sicht. Das war wohl das, was mich am meisten beeindruckt hat. Für mich ist das eine geistige Qualität, die ich in Deutschland in diesem Ausmaße fast gar nicht finde: Demut.

    Ich fand es auch beeindruckend, dass du dich kritisch gegenüber den evangelischen Geistlichen aus Deutschland gezeigt hast, für ihre Art, über Vissarion zu sprechen. Das war stark und zeigt eine gewisse Größe und ein hohes Maß an Selbstreflektion!

    Gerne würde ich auch ausführlich über deine Kritik am Frauenbild der Gemeinschaft eingehen. Aber das würde den Rahmen hier wohl sprengen.
    Nur so viel: Hör dir nochmal genau an, was Vissarion dazu sagt, und versuche nicht, etwas da hinein zu interpretieren, was da nicht gesagt wird.

    Vissarion sagt, dass die Frau ihre Rolle annehmen soll, weil sich sonst keine Harmonie einstellen wird. Das bedeutet nicht, dass sie alleine die Verantwortung für die Harmonie in der Familie hat.
    Denn der Mann muss seine Rolle ja auch annehmen! Und diese Rolle ist mindestens genau so schwer. Denn es wird gesagt, dass vor allem ER die Verantwortung für das Glück, den Wohlstand und die Harmonie in seinem Haus hat. Wenn es da Probleme gibt, wird in der Gemeinschaft zuerst ER dafür zur Rede gestellt!
    Wenn sich ein Paar trennt, muss ER dafür sorgen, dass sie alles hat, was sie braucht.

    Du sagtest auch, dass die Frau ihren Mann befriedigen soll. Gleiches gilt aber auch anders herum, wobei die Frau den Mann vor allem mit materieller Nahrung versorgen soll, der Mann die Frau dafür aber mit geistiger. Das bedeutet zum Beispiel auch, dass der Mann der Frau helfen soll, wenn sie starke Emotionen hat und sie auffangen soll. … Und natürlich ist der Mann für die Instandhaltung des Hauses und aller anderer Dinge drum herum verantwortlich.
    Vor allem in den letzten Jahren ist das Thema Mann – Frau ein Hauptthema der Gemeinschaft, dass sich zu unzähligen Gesprächen und Hunderten Seiten im Letzten Testament ausgewachsen hat. Vissarion hat sehr viel Präzisierendes dazu gesagt. Es wäre also ein bisschen voreilig, wenn man sich da an den wenigen Sätzen festhält, die da z.B. in dem Arte-Interview gesagt werden. …

    In deinem Resumè hast du gesagt, dass du dem Gedanken, etwas abgewinnen kannst, dass sich etwas ändern muss und erwähntest, dass Vissarion auch von einem Super-Virus gesprochen hat. Das lässt schon aufhorchen, wenn man das im Lock-down liest, der die meisten zivilisierten Ländern der Welt wegen eines Virus betrifft.
    Und den Klimawandel und das 6. große Massenaussterben, vor allem verursacht durch den Menschen, kann doch kaum noch jemand abstreiten. Also wenn das nicht “die Endzeit” ist, wie in der Bibel beschrieben, was dann?

    Was ich beinahe schon lustig finde, ist der Gedanke an einen Massenselbstmord der Gemeinschaft. Die Idee von der Gründung der Gemeinschaft ist es, dass ein Teil der Menschheit auf jeden Fall überlebt, wenn die restliche Zivilisation in der Apokalypse mehr und mehr ins Chaos versinkt. Es geht dieser Gemeinschaft ums Überleben!
    Außerdem sagt Vissarion ganz deutlich, dass Selbstmord kein Ausweg ist, sondern der Seele dessen, der sich da umbringt, besonders schwierige Bedingungen auf ihrem weiteren Weg beschert. Keiner seiner Nachfolger wird auf die Idee kommen, sich absichtlich selbst umzubringen, auch nicht langsam und schleichend mit Schlafmitteln, Morphin, Alkohol oder Zigaretten, wie viele Menschen unbewusst hierzulande. … Dieser Vergleich mit anderen Gruppen ist insofern völlig an den Haaren herbeigezogen und entbehrt jeder Grundlage.

    Ich finde es auch geradezu amüsant, wenn ein Christ eine Gemeinschaft deswegen kritisiert, weil sie fest an einen einzigen Menschen glaubt. Ist das nicht das Fundament des christlichen Glaubens? Der Glaube an diesen einen Menschen, der die Wahrheit, das Licht und der Weg ist? Glauben nicht gerade die Christen an die Worte Jesu, dass man nur durch ihn, den Sohn Gottes, zum Vater kommen kann?

    Und wäre der Welt nicht viel Leid erspart geblieben, wenn alle Christen sich einfach nur an jene wenigen zentralen Aussagen Jesu gehalten hätten, wie etwa:
    Liebe deine Feinde… ? Das haben die Christen aber nicht getan. Man könnte sagen, dass sie an irgendwelche selbstsüchtigen Vorstellungen geglaubt haben, aber eben nicht an das, was Jesus selbst gesagt hat.

    Und zum Schluss noch etwas: Wie viele Nachfolger hatte Jesus in seinen Lebzeiten? Wie viele von ihnen hielten zu ihm, als er gekreuzigt wurde?
    Das waren nicht viele. Viele waren gegen ihn, vor allem die Schriftgelehrten glaubten ihm nicht und verurteilten ihn, weil er von sich als Sohn Gottes zeugte, auch wenn niemand ihm eine unedle Tat nachweisen konnte. Jesus entsprach nicht den Vorstellungen der Pharisäer, nicht den Vorstellungen von einem Messias, der mit Schillerglanz umgeben und begleitet von Engelsposaunen mit überirdischer Macht den weltlichen Thron besteigen, die ungläubigen Römer zerschmettern und die gläubigen Juden in den Himmel erheben würde. Jesus wurde von einer Frau auf der Erde geboren, reifte 29 Jahre eher unscheinbar heran, um dann seine Lehrzeit anzutreten. …
    Die Parallelen zu Vissarion (die zum Teil ja auch nicht seinem Willen unterliegen) sind einfach erstaunlich, findet ihr nicht?

    Leider hat die überwiegende Mehrheit der Menschen noch immer die gleiche Tendenz bewahrt, jenes zu verurteilen, dass sie nicht kennen, weil es ihren Vorstellungen nicht entspricht.
    Gut, wenn die Menschen sich immerhin respektvoll und vernünftig mit neuen Phänomenen beschäftigen. Noch besser, wenn man sich ernsthaft für die Möglichkeit öffnet, dass Vissarion ja auch jener sein könnte, der er zu sein scheint.
    Es heißt ja auch “An den Früchten sollt ihr sie erkennen”.
    Und die Früchte seiner Taten sind gut, außerordentlich gut. Oder etwa nicht?

    Liebe Grüße aus dem schönen Harz

    Felix

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