#37 Die Sprache der Apokalypse

Cover 37 - sprache apokalyse

Sprache ist mehr als nur die Aneinanderreihung von Worten. In dieser Crossover-Folge spreche ich mit Mirco und Christoffer vom Sprech-Aktiv-Podcast über die Frage, ob es eigentlich gängige rhetorische Muster und Motive in sogenannten Sekten gibt. Ein hochspannendes und wichtiges Thema!

Viel Spaß mit dieser Folge! Feedback wie immer gern als Kommentar oder an guru@secta.fm.

Hier findet ihr den Sprech-Aktiv Podcast von Mirco und Christoffer.

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– Intro & Outro: Kevin MacLeod, CC-BY
– Trenner von Sergey Cheremisinov

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Literatur

R. Palayon, R.Watson Todd, S. Vungthong: The Language of Destructive Cults: Keyness Analyses of Sermons. In: Communication & Language at work(2020), Vol. 7(1), 42-58.

Hristova, Simona: Charles Manson: The Language of Cults. University of Aberdeen, 2020.

Montell, Amanda: Cultish. The Language of Fanaticism. Harper Wave 2021.

9 comments on “#37 Die Sprache der Apokalypse
  1. Martin sagt:

    Hi
    Was auch einmal interessant wäre – wenn es denn in dieses Format passt – wäre auf Sekten/Gruppierungen ein zu gehen aus denen das Dritte Reich hervor ging (Ariosophen, Thule Gesellschaft usw.) – Gerade weil es viele Versatzstücke von rechter Esoterik ja in vielen Gruppierungen die du besprochen hast bisher gab und das waren ja praktisch auch Sekten im Weitesten Sinne
    Gruss Martin

  2. Nelson sagt:

    Ich finde es unfair zu behaupten, dass es tief blicken lässt, wenn Menschen nicht gendern oder ähnliches. Das ist genau so intolerant, wie man es diesen Menschen unterstellt. Bspw. spielt gendern in der Lebensrealität meiner Mutter überhaupt keine Rolle.
    Und nun? Ist sie jetzt ein schlechter Mensch, weil sie nicht von alleine auf die Idee kommt, ihre Sprache anzupassen? Ich glaube, dass ihr noch nie eine Transperson begegnet ist. Sie wohnt auf dem Dorf.
    Es ist immer noch eine akademisch geprägte Diskussion. Bitte vergesst das nicht. Der Mehrheit ist das relativ egal.
    Und “normal” ist erstmal ein statistischer Begriff. Und das Sprache erstmal darauf ausgerichtet ist, die “Normalität” abzubilden, ist doch auch Normal.
    Übrigens glaubt meine Mutter an kein höheres Wesen oder Esoterik. Das ist mir viel wichtiger.

    Übrigens fand ich die Beiden aus dem anderen Podcast extrem schlecht vorbereitet.

    1. Fabian sagt:

      Danke für den Kommentar! Zunächst mal zur Klarstellung: Ich war ursprünglich bei den beiden einfach als Experte eingeladen. Weil es so gut zu Secta passt, haben wir uns aber für die Crossover-Variante entschieden. Man kann den beiden also nicht vorwerfen schlecht vorbereitet gewesen zu sein; das war nicht ihre “Aufgabe”.

      Zum Thema gendern: Ich hab’s nicht mehr ganz im Ohr, was wir dazu gesagt haben. Ich erinnere mich, dass Mirco von dahinterliegender “Haltung” gesprochen hat. Ich vermute, er würde dir in dem, was du über deine Mutter schreibst, zustimmen und hatte vor allem Menschen vor Augen, die sich dem Fortentwickeln der Sprache in diesem Punkt bewusst entgegenstellen. Ich verweise ihn aber mal auf diese Anfrage; evtl. antwortet er selbst.

      Ich für mich kann nur sage: Mir ging es alleine um die Tatsache, dass das Gendern so emotional aufgeladen ist. Das ist es für mich deshalb, weil Sprache zur eigenen Identität dazu gehört (Lesetipp: “Sprache und Sein” von Kübra Gümüşay). Es wird also etwas “verändert”, was bisher zu mir einfach dazugehörte. Das fällt Menschen (verständlicherweise) schwer und löst Emotionen aus. Ich halte nichts davon, anderen das Gendern aufzuzwingen. Ich tue es, weil ich es für richtig halte und hoffe, dass sich die Sprache hin zu einer inklusiveren verändert, sodass wir in ein paar Jahren da gar nicht mehr drüber reden müssen.

      Die Relevanz der Frage hat übrigens nichts mit akademisch oder nicht zu tun. Es hat damit zu tun, ob wir Minderheiten und Randgruppen wahrnehmen.

      Liebe Grüße!
      Fabian

      1. Mirco sagt:

        Lieber Nelson,
        erst einmal herzlicher Dank für Deinen Kommentar.
        Fabian hat die meisten Punkte bereits gut beschrieben. Keinesfalls ging es uns um Abwertung von Personen, die das Gendern nicht anwenden, weil es dazu möglicherweise keine Veranlassung gibt. Gleichzeitig ist allerdings korrekt, wie von Fabian bereits ausgeführt, dass es um Inklusion geht und Menschen möglichst mit Sprache keine Gruppen diskriminieren. Insofern halte ich es für keinerlei ausschliesslich akademische Debatte, sondern eine, die uns alle betrifft. Dahinter steht ja auch die Frage, wie wir miteinander leben wollen. Diese Frage bewegte uns, diesen Podcast überhaupt ins Leben zu rufen.

        Selbstverständlich hast Du recht, dass »Normalität« auch einen statistischen Wert beschreibt. Allerdings ist Normalität auch ge- und erlebte tägliche Lebenswirklichkeit und somit mehr als nur ein statistischer Wert. Nach meiner Kenntnis wird »Normalität« jeden Tag von Menschen und Gesellschaften gestaltet und ist damit in steter Veränderung. Ich gestehe, dass mein Beispiel mit Böblingen im 17. Jahrhundert und dem (unterstellten) Autoverkehr zu jener Zeit vollkommen überspitzt war – allerdings hatte ich dies auch entsprechend sprachlich markiert.

        Es ist sehr schade, dass Du uns als schlecht vorbereitet empfunden hast und ich nehme dies sehr ernst und wir werden Deine Kritik besprechen. In diesem Fall jedoch haben wir uns gerade Fabian eingeladen, damit er als Experte etwas Qualifiziertes zum Thema sagen kann. Diesem wurde meiner Ansicht nach mehr als genug Genüge getan. Wir hätten diese Studien gar nicht einzuordnen vermocht. Wir sind deshalb der Überzeugung, keine Erwartungen geweckt zu haben, wir (Sprechaktiv) kennten bereits die Antworten auf unsere Fragen.

        Herzliche Grüsse,
        Mirco

  3. Holger sagt:

    Bei Sprache bin ich ein leidenchaftlicher Nutzer von Dialekt (also im Alltag und nicht bei Schrift)

    Und als derartiges betrachte ich auch im Alltag den Gender-Dialekt.
    Habe damit keinerlei Problem – Ziel von Sprache ist ja Kommunikation und alle Partner sollten den Inhalt verstehen.
    Das wird krass wenn ein Bayer mit dem Fiesen labert. Die sollten sich auf einen kleinsten gemeinsamen nenner einigen. Meist hierzulande hochdeutsch.
    Und hochdeutsch ist auch nur einer der vielen Dialekte ohne besser als alle anderen zu sein. Vermutlich wegen Luther bzw. dem Buchdruck als Schriftdialekt verallgemeinert.

    Beispiel aus dem Berufsalltag (Beruf egal, aber Telefonkontakt in andere deutsche Regionen)
    ein Gesprächspartner hat evtl. versehentlich seinen Dialekt genutzt und ich war da wie der Ochs vorm Berg.
    Meine Reaktion hier nun meinen Dialekt zu nutzen war der positive Anlass sich nach kuzrem Erstaunen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu einigen.

    Im geschäftlichen Umfeld bei Schrift verzichte ich nur aus dem Grund Konflikten vorzbeugen auf Sprache bei denen Geschlecht wichtig ist. also Anrede mit “Hallo miteinander” oder vergleichbar. Ich möchte von vornherein den Konflikten ausweichen den einige damit haben.
    Im privaten Umfeld ist sowas total egal – es interessiert sich niemand für das Thema. Also lass ich das auch bleiben. Ich muss einfach Nelson zustimmen – es ist nur eine akademisch geführte Diskussion einer Minderheit.

    Frage zum eigentlichen Thema des podcast.
    Wird so eine überzeugende Sprache gelehrt? Ich stelle mir das für alle im Bereich Werbung vor. Aber dazu zähle ich neben Industrie sogar auch Politik oder auch Kirchenvertreter.
    Werbung funktioniert, sonst würde die Industrie nicht mit viel kapitaleinsatz verwenden. Und auch da ist dr versuch vorhanden durch die Ansprache Menschen zu steuern.

  4. Martin sagt:

    Was sich nach dieser Folge gut anbieten würde wäre eine Folge über Scienthologie, weil die ja einen ganz speziellen “Sprachcode” haben 😉 *Wink mit dem Zaunpfahl*

    Zu Nelson: NEIN – Menschen die nicht gendern zu kritisieren ist eben NICHT (!!!) “intollerant” –
    Das sind erlernte Gesprächstaktiken der rechten Szene die du da verwendest aber Fakt ist:
    Es wird niemand benachteiligt dadurch dass er vergessen oder ignoriert wird.

    Wenn ich nicht gendern blende ich die diversen Geschlechter aus dh ich tue so als seien sie nicht wichtig/nicht erwähnenswert.
    Wenn ich jemanden der bewusst – ohne ersichtlichen Grund – nicht gendert kritisiere ignoriere ich ihn nicht – ich spreche ihn sogar ganz direkt an !
    Und kritisiere ihn und man DARF Jederzeit kritisieren !!!!
    Ihr Rechten/Konservativen habt einfach nur keine Ahnung was Intolleranz wirklich ist und versucht mit zu reden und dieselben Vokabeln zu verwenden auch dann wenn sie NICHT PASSEN !!!
    – das ist euer Problem =)

    Ausserdem versuchst du am Ende mit “schlecht vorbereitet” – ohne dass du diese Behauptung anhand von Beispielen belegst – noch nach zu treten – wahrscheinlich weil du selbst merkst dass dein Argument zu schwach ist 😉

  5. Martin sagt:

    zu Jim Jones: Der hat ja auch diese “White Nights” veranstaltet, diese “Weissen Nächte” in denen die ihren Selbstmord gespielt haben und “White Night” klingt fast wie “White Knight” und ein “White Knight” ist ein “Weisser Ritter”, ein Symbol für einen Retter 😉

    “Bestimmte Sprachmuster die Gruppenintern von der Sekte anders werden werden – Ähmähm…Mainstream…Diktatur…in Afd Sprache…Ähm Ähm – sorry hatte nen Kloss im Hals 😉

  6. Martin sagt:

    Zu Manipulation: Letztlich ist jedes “Guten Tag” Manipulation: Ich will deinen Tag so “beeinflussen” dass er gut wird =)

  7. Lars sagt:

    Hallo Fabian !!!

    Mal wieder eine sehr gute ,informative Folge…Hab wieder was dazugelernt.
    Ich hab mich wieder ein meine alte Gemeinde zurückerinnert.
    Der Pastor dort hatte immer wieder das Thema der Endzeit.Das war sein grosses Steckenpferd.
    Es wurde immer wieder ein Angst und Bedrohungsszenario geschaffen, gewürzt mit einem guten Schuss dualistischer Weltsicht (die Welt dort draußen und wir wenigen hier in unseren kleinen Gemeinde).
    Aussagen über die Politik, die uns verarscht, die Wirtschaft die uns über finstere Verschwörungen ausbeutet, die Presse der man nicht trauen kann…waren immer an der Tagesordnung.
    Aber in einem seriösen, subtilen, vertrauten Ton gehalten (“Ich lade euch mal ein darüber nachzudenken, lasst euch das mal auf der Zunge zergehen… “etc.)
    Die Wiederholung machts…Schwuppdiewupp ehe man sichs versieht ist man in einer destruktiven Denke die man kaum mehr selbst realisiert.
    Heute nach meinem Austritt in 2019 schüttle ich nur noch den Kopf über mich selbst über manches was ich damals geglaubt habe.
    Der Pastor wurde dann in der Coronazeit ein (was Wunder?) ein heftiger Kritiker der Coronamassnahmen und der Coronaimpfung…

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