• Simeon 25. Mai 2020 um 19:01 zu WSW2: Totenerweckung, Rülps-Heilung, Redeverbot für ScientologinIch finde die Reaktion der Volkshochschule übertrieben. Es sollte schon wenigstens beweise dafür geben, dass die Dozentin in ihren Veranstaltungen für Scientolgy wirbt. Solange das nicht der Fall ist, selbst wenn sie es außerhalb der Veranstaltungen im privaten bereich mit Teilnehmern tut, finde ich die Reaktion als nicht sonderlich angemessen.
  • Exing 22. Mai 2020 um 18:14 zu WSW8: Corona-Esoterik-Kongress, Trump und Bleichmittel, Olaf Latzel, OCGHallo Hannah, vielleicht ist die Seite Psiram.com (früher Esowatch.com) für Dich ja interessant. Da gibt es zwar auch keine Gesamtübersicht über die Zusammenhänge, aber bei vielen (aktuellen) Gesichtern der Esoterik- und Verschwörer-Szene(n) erfährt man, wer mit wem zusammenarbeitet und zusammengearbeitet hat. Psiram.com ist eine sogenannte Skeptiker-Seite, hauptsächlich von Atheisten/Agnostikern betrieben, die sich in Form eines Wiki und mit Hilfe von Blog-Beiträgen kritisch mit Esoterik, Pseudowischenschaften und Alternativmedizin auseinandersetzt. Liebe Grüße Exing
  • Boyra 20. Mai 2020 um 13:59 zu WSW8: Corona-Esoterik-Kongress, Trump und Bleichmittel, Olaf Latzel, OCGIch sehe in meinem Umfeld eher Leute, die mit Religion nie was am Hut hatten, die sich jetzt immer mehr irgendwelchen Pfingstgemeinden anschließen. Oder zumindest sogenannte Glaubensgrundkurse da mitmachen.
  • Sany 18 11. Mai 2020 um 19:34 zu #25 Kenneth Copeland und die Wort-des-Glaubens-BewegungDas finde ich gut - ich glaube, da könnte ich einiges dazu beitragen, wenn erwünscht... ... mittlerweilen ist die in Persönlichkeit gereifte Gründergeneration ausgewechselt worden gegen junge, leicht lenkbare Mitglieder... ... sehr schade wie man mit Kritik in den eigenen Reihen umgegangen ist - gerade in Bezug auf den Sektenvorwurf, der der TOS gegenüber im Raum steht, ist so gut wie keine Selbstkritik da gewesen - im Gegenteil .... ... ein Großteil der Leiter und Gründer, die das Werk aufgebaut haben, sind ähnlich wie im Gospelforum, Lüdenscheid und anderen solchen Gruppierungen gegangen (worden).... Es wäre interessant zu analysieren, warum das flächendeckend so abläuft, man könnte ja auch zu seiner Vergangeheit stehen, sich den Vorwürfen stellen und die Schäden, die man angerichtet hat, wiedergutmachen.
  • Gaby 10. Mai 2020 um 14:21 zu #25 Kenneth Copeland und die Wort-des-Glaubens-Bewegungauch von mir ein großes Lob für deinen Bericht! Danke für deinen intensiven Recherche-Einsatz. Das mit den Träumen kann ich gut nachvollziehen, denn ich war einige Jahre in der WDG-Szene und habe lange gebraucht, um dort auszusteigen. Hätte ich damals deinen Podcast schon gehört, wäre es sicherlich schneller gegangen, denn ich finde, du hast viele Dinge sehr gut benannt und auf den Punkt gebracht. Das „Seelen-Business“ von KCM erinnert mich sehr an Multi-Level-Marketing (MLM). Wenige charismatische „Vertreter“ werden reich auf Kosten des zahlreichen, stark fluktuierenden „Fußvolkes“, das geködert wird durch: - einfaches Erfolgsrezept (z.B. für „praktische Plastik-Haushaltshelfer“ zu werben (missionieren), um diese zu verkaufen… wahlweise aber auch Schminkzeug, Staubsauger, Kräutertees etc…). - niedrigschwelligen Eintritt (z.B. Starterkit kaufen) - regelmäßige Motivationsversammlungen, in denen es ständigen Lobpreis auf das System gibt (natürlich ohne Kritik), Erfolgs-„Zeugnisse“ einiger erfolgreicher Mitarbeiter erzählt werden, und immer wieder Motivation gepredigt wird, weiterzumachen und Durststrecken durchzuhalten. Auch wird oft betont, eine große „Familie“ zu sein. - Wenn jemand aussteigt, war er eben nicht fleißig („hingegeben“) genug und hat selbst schuld. Am Ende bleiben die meisten „Nachfolger“ dieses MLM-Systems mit z.B. riesigen Taschen von Plastikschüsseln (oder Schminkzeug, Staubsauger-Zubehör, Kräutertees etc.) übrig…. Im Vergleich zum MLM halte ich aber das „Seelen-Business“ von KCM und ähnliche Wort-des-Glaubens-Gruppen für sehr viel gefährlicher, denn hier werden extrem unrealistische Hoffnungen geweckt. Es wird mit nicht überprüfbaren spirituellen Aussagen gearbeitet, die Menschen in eine psychisch gefährliche Negativspirale der Selbstanklage bringen kann, wenn sich ihre Hoffnungen nicht erfüllen. Durch das dualistische Weltbild wird oft auch die Angst vor Satan, Dämonen geschürt und mit magischem Denken argumentiert, dass „Satan bei Ungehorsam (und/oder Zweifeln, also nicht perfektem Glauben) Anrecht bekäme, im Leben dieses Menschen Unheil zu bewirken.“ Dies kann zu starken Ängsten und Verfolgungswahn führen. Auch wird in WDG-Gemeinschaften ein erbarmungsloses, mechanistisches „Deal“-Gottesbild vermittelt: „Glaubens-Versager“ haben angeblich selbst schuld, weil „Gott für sie nichts mehr tun kann“. Solche Leute werden dann oft von der Gruppe fallengelassen und teilweise sogar bewusst gemieden bzw. isoliert, damit sie mit ihrem „Unglauben“ nicht noch andere Gruppenmitglieder anstecken.
  • Hannah 10. Mai 2020 um 12:02 zu WSW8: Corona-Esoterik-Kongress, Trump und Bleichmittel, Olaf Latzel, OCGVielen Dank für deine Antwort und den Hinweis zu den Büchern! Finde super, dass du für eine solche Folge recherchierst! Ich stimme dir voll zu, es wird alles nur sehr oberflächlich angeschaut a la "guckt mal, was für Spinner." Aber nie nach dem gesamten Zusammenhang geguckt. Ich bin inzwischen etwas tiefer in der Materie eingestiegen und hätte auch Interesse an einem Austausch darüber. Viele Grüße Hannah
  • Fabian 10. Mai 2020 um 10:43 zu WSW8: Corona-Esoterik-Kongress, Trump und Bleichmittel, Olaf Latzel, OCGVielen Dank für deine Anmerkungen und Ausführungen! Leider ist mir - bislang - keine solche gute Quelle bekannt. Ich recherchiere derzeit für eine Folge zum Thema Esoterik, aber habe so einen guten Gesamtüberblick noch nicht gefunden. Das "Schwarzbuch Esoterik" von Ursula Caberta kann ich nicht empfehlen. Besser ist da schon "New cAge" von Johannes Fischler. Aber auc da fehlt, soweit ich das bisher überblicke, ein solcher Gesamtüberblick. Der ist vielleicht aber auch sehr schwer nachzuvollziehen und es wäre eine enorme Recherche erforderlich. Meine Wahrnehmung ist, dass sich viele Journalisten/Autoren vor allem an den kuriosen Stilblüten abarbeiten. Ohne Frage ist das wichtig, weil da viel gefährliches und gesundheitsgefährdentes Zeug dabei ist. Aber eine Einordnung: Woher kommt das eigentlich? Was sind gemeinsame Glaubensgrundlagen von Esoterikern,... das fehlt weitestgehend. Ich versuche, auch v.a. in diese Richtung mit meiner Folge zu arbeiten. Liebe Grüße! Fabian
  • Fabian 10. Mai 2020 um 10:37 zu #25 Kenneth Copeland und die Wort-des-Glaubens-BewegungNein, das hast du nicht überhört. Vielen Dank für diese wichtige Anmerkung! Das werde ich in einer kommenden Folge noch nachtragen. Komischerweise ist mir das bei der Recherche so nirgends begegnet. ICh häng mich aber nochmal dahinter 🙂 Danke für den Hinweis und liebe Grüße! Fabian
  • Fabian 10. Mai 2020 um 10:34 zu WSW8: Corona-Esoterik-Kongress, Trump und Bleichmittel, Olaf Latzel, OCGJa, in der Tat. Zu den Parallelen zwischen manchen politischen Parteien/Systemen und "Sekten" kommt nächste Woche eine Folge 🙂 Liebe Grüße! Fabian
  • Fabian 10. Mai 2020 um 10:32 zu #25 Kenneth Copeland und die Wort-des-Glaubens-BewegungDanke für die spannenden Einsichten! Die TOS nehme ich mir irgendwann auch nochmal in einer Folge ausführlich vor.
  • Sany 18 6. Mai 2020 um 23:16 zu #25 Kenneth Copeland und die Wort-des-Glaubens-BewegungHallo Fabian Kenyon und Osteen kenne ich auch aus der TOS Tübingen - die Lehre ist Grundlage der TSM - der Bibelschule der TOS. Ich habe vieles von dem was du beschrieben hast wiedererkannt - Wohlstand und ein Leben im Sieg spielt da auch eine große Rolle . Geld ist ganz wichtig - in der tos ist der Zehnte vom brutto das Minimum- der gehört Gott- zahlst du das nicht bestiehlst du Gott. Darüberhinaus gibt es zig Opferaufrufe für alles mögliche - da kommen locker mal Summen im 4 bis 5 stelligen Bereich zusammen. Und statt Konto im Himmel heißt es dort Saat in guten Boden, die Ernte empfängt man dann . Und guter Boden sind die Leiter - allen voran Jobst und Charlotte Bittner. Da haben viele sehr viel Geld reingesteckt - heute besitzt die tos zig Gebäude ... Ich kann dort auch sehen, dass Menschen kaputt gemacht wurden , die nicht so aus Glauben leben konnten- also nicht zu Superchristen mutierten ... das Evangelium der Gnade wird dort nicht gepredigt .. Fluktuation ist auch typisch für die tos ... in den letzten Jahren sind allerdings eine ganze Reihe an Mitgliedern die 20-30 Jahre dabei waren .. da kommt man auf Spendensummen im 6-stelligen Bereich ... Danke auf jeden Fall für die Information- in der tos lebt man wie auf einer Insel - und solch eine differenzierte Analyse hört man dort natürlich nicht - das wäre ja zu kritisch und dämonisch... 🙈 Und ja - Jobst glaubt das was er sagt und tut vermutlich auch selbst .... du beschreibst das was wir dort erlebt haben ziemlich gut. Ganz schön verrückt es mit Abstand so zu hören . Peinlich !
  • Ulli 6. Mai 2020 um 14:50 zu WSW8: Corona-Esoterik-Kongress, Trump und Bleichmittel, Olaf Latzel, OCGDie Grenze zwischen Glaube und Politik verschwimmt immer mehr. Es gibt viele Menschen, die sich leider nicht auf Fakten basierend eine Meinung bilden, sondern populistischen Aussagen viel mehr Glauben schenken. Gerade Trump wird von seinen Anhängern ja in quasi religiösem Eifer verteidigt. Da ist auch egal, wie viel Mist er verzapft. Durch die Abkehr von der Kirche brauchen immer mehr Menschen etwas woran sie glauben können. Da kommen Verschwörungstheorien und solche Glaubensrichtungen wie die Esoterik, oder der Wirtschaftsevangelismus natürlich gerade recht. Sie sind schön einfach. Man zahlt einfach nur einen Betrag X an Y und schon werden vermeintlich alle Probleme gelöst. Das Coronavirus gibt es nicht? Dann muss man sich auch nicht einschränken und kann wieder in den Urlaub fahren und sich mit Freunden treffen. So etwas ist natürlich auch auf einige politische Parteien anwendbar.
  • Jan 6. Mai 2020 um 9:11 zu #25 Kenneth Copeland und die Wort-des-Glaubens-BewegungHallo, tolle Folge, sehr faszinierend. Vielleicht habe ich es überhört, aber Du hast in der Folge einen (oder den hauptsächlichen) Grund des wahnsinnigen Reichtums von Kenneth Copeland vergessen zu erwähnen: die Gasvorkommen auf seinen Grundstücken. Er erwähnte dies nebenbei in dem viralen Video von Inside Edition, wo er auf die Geschichte mit "Tube full of daemons" angesprochen wurde und man kann diese Aussage auch leicht verifizieren (wenn auch nicht genau in Dollar): auf dem Grundstück von KCM in Fort Worth kann man auf Google Maps zahlreiche seltsame geschotterte Flächen sehen, die jeweils eine Gasquelle darstellen. Er lebt also auf "goldenem" Grund. Wir selber haben ein Grundstück in Texas und auf Grundstücken in der Nähe (leider nicht auf unserem) ist ebenfalls alles voll von solchen Quellen. Zwar sind viele der amerikanischen Teleevangelisten steinreich, aber Kenneth Copeland liegt auf ungewöhnliche Weise darüber, wobei das Gas das Phänomen erklärt.
  • Fabian 4. Mai 2020 um 13:36 zu WSW8: Corona-Esoterik-Kongress, Trump und Bleichmittel, Olaf Latzel, OCGJa, ich stimme dir zu. Ich glaube, das "binden an die eigene Gemeinschaft" gilt für allem für Menschen, die sich schon in einer Gruppe befinden bzw in Kontakt mit ihr stehen. Ich glaube, dass für alle, die "auf der Suche" sind, bzw. ungebunden, gerade solchen Krisen die Gefahr bergen an solche Schwarz-Weiß-Gruppen zu kommen und von deren Lehren angezogen zu werden. Vor allem aber glaube ich im Bereich der Verschwörungsmythen oder esoterischen Gruppen, denen einfache Erklärugnen zugrunde liegen, die auf den ersten Blick plausibel klingen.
  • Fabian 4. Mai 2020 um 13:33 zu #25 Kenneth Copeland und die Wort-des-Glaubens-BewegungOh, wow. Vielen Dank für das grandiose Lob! 🙂
  • Markus 4. Mai 2020 um 11:11 zu #25 Kenneth Copeland und die Wort-des-Glaubens-BewegungRichtig gut gemachte Folge! Super, dass Du ein aktuelles Geschehen aufgreifst und daraus gleich so eine informative und gut recherchierte Folge machst. In normalen Zeiten wäre das sicher nicht so schnell gelungen. Was kein Publikumsmedium sonst schafft, nämlich Beweg- und Hintergründe dieser so abseitig und skurril erscheinenden Bewegung aufzuzeigen, das gelingt Dir mit dieser Folge. Ein Highlight in der Medienlandschaft!
  • Kitty 3. Mai 2020 um 19:58 zu WSW8: Corona-Esoterik-Kongress, Trump und Bleichmittel, Olaf Latzel, OCGHm ich sehe das irgendwie zwiegespalten, auf der einen Seite ist es doch oft so, dass der Mensch sich tatsächlich an das hält was er kennt. Ich denke das können wir auf ganz viele Bereiche umlegen und auch bestätigen. Allerdings sehe ich die Gefahr durch das Internet an kritischen Kontet zu kommen als absolut gegeben und ja fast schon bedrohlich, da es ja schon in "normalen" Zeiten recht einfach ist auf so etwas zu stoßen. Wenn ich sehe was alleine in meinem Umfeld an Aussagen getroffen werden und dann sehe woher diese Stammen, dann wird mir Angst und Bange. Meines Erachtens nach, war es noch nie so einfach wie jetzt Anhänger für was auch immer zu finden. Und je mehr "Krisen" wir haben um so leichter wird es für die Bauernfänger. Ich befürchte, dass es für Gruppen und Gemeinden, die diese Konzepte, Antworten oder schwarz weiß denken nicht bedienen vllt sogar schwieriger geworden ist.
  • Hannah 3. Mai 2020 um 17:55 zu WSW8: Corona-Esoterik-Kongress, Trump und Bleichmittel, Olaf Latzel, OCGHallo Fabian, vielen Dank erst mal für deine super Recherchen, Aufbereitung von Informationen und die guten Erklärungen dazu. Gestern habe ich die aktuelle WSW Folge angehört, ganz gezielt, weil mich derzeit die "Esoterik"* Szene, ihre Verschwörungen, Methoden, Verbindungen und Machenschaften sehr beschäftigt. Mit Schrecken beobachte ich gerade, dass sich in Deutschland die Yoga-Szene massiv spaltet. Eigentlich ist Yoga inzwischen nicht mehr mit diesem "Eso"-Label behaftet und als Teil der Sport- und Gesundheitslandschaft anerkannt. Dennoch sind viele Yogis offen für nennen wir es: alternative Denkansätze. Hier ist zu beobachten, wie leicht sich die Menschen in Ihrer Angst um Existenz und Freiheit völlig instrumentalisieren lassen. So teilen Yoga-Lehrer, wie auch viele andere mit Reichweite u.A. KenFM-Beiträge, "WAHRHEIT"-Videos, dubioses irgendwelcher selbsternannten Alternativen Experten, unter dem Deckmantel für unsere Grundrechte einzustehen. Was sie dabei aber scheinbar liebend gern in Kauf nehmen, dass Sie Antisemiten, Hetzer, Rechte, Abzocker und co. unterstützen. Zudem wird so viel miteinander vermengt, dass das kaum aufzudröseln ist. (Grundrechte, 5G, Impfungen, Eliten, QAnons, .....) Dieses Spiel mit der Angst, was gerade diese angeblichen Kämpfer für unsere Demokratie perfektioniert haben, ist wirklich erschreckend. Diese Menschen reden ihren (potentiellen) Anhängern ein, dass Sie Angst haben. Diese Angst aber durch die bösen Medien verursacht wird. Gleichzeitig schüren Sie Ängste, um dann so ihre Theorien zu verkaufen. Sie bedienen sich also der gleichen Mittel, die sie den Medien;Wissenschaft;Politik zum Vorwurf machen. Das hier so manch einer den Überblick verliert ist fast verständlich. Menschen in Angst können bekannterweise nicht so gut denken, dann wird die schnelle "Lösung" bevorzugt, dass man dabei selbst nur benutzt wird, um krude Dinge in der Welt zu verbreiten ist ihnen oft nicht klar. Zum Thema Krise bindet Menschen an religiöse Gemeinschaften: In einer Krise tendieren die Menschen zuerst zu Altbewährtem. (Siehe auch Entwicklung der Umfrageergebnisse). Wenn aber das Altbewährte nicht so funktioniert wie ich es gerne hätte, ich beginne zu zweifeln, dann schaue ich mich um. Dann finde ich vielleicht den einen rhetorisch gewandten Redner, der mir scheinbar aus dem Herzen spricht und mir vielleicht eine neue Wahrheit in 10 einfachen Fakten präsentiert. Das macht dann Sinn und ich habe das "Aha. Wusst ich es doch Gefühl" Weil die Mengen an Fakten, Zahlen, Entwicklungen, Forschungsergebnissen, Ereignissen für viele Menschen so komplex sind, dass sie denken, ihnen wird etwas verheimlicht. Diese Menschen suchen Halt und wenn sie unreflektiert sind, Neigungen zu Verschwörung haben, populismusanfällig, sich ungerecht behandelt fühlen, einsam, unglücklich oder frustriert sind, ist der nächste Schritt in den Verschwörungsbann gezogen werden nicht mehr weit. Dazu hat meiner Meinung auch beigetragen, dass bereits seit vielen Jahren von sämtlichen Rechtspopulisten verunsichert wird, z.B. durch mantraartige Wiederholungen von Wörtern wie "Lügenpresse" "Staatsmedien" "Meinungszensur" und vielem mehr. Dieser stetig wachsende Rechtspopulismus mit deren perfiden Methoden, hat den Grundstein dafür gelegt, dass mehr Menschen, noch schneller auf so etwas anspringen. Zum Schluss: Was mich wirklich interessiert: Gibt es gute Quellen, die sich mit den Gesamtzusammenhängen der Szene auseinandergesetzt haben? (Netzwerke, Hintergründe, Verbindungen). Viele Grüße Hannah *Esoterik in Anführung " " , da Esoterik und Beschäftigung damit an sich ja nichts verwerfliches ist. Problematisch wird es dann, wenn die Verschwörungs-Heilwassser Menschen diesen Begriff für sich reservieren und damit alle anderen, die im weiteren Feld damit zu tun habe (z.B. Yoga-Lehrer) in einen seltsames Bild rücken.
  • Fabian 3. Mai 2020 um 14:29 zu WSW8: Corona-Esoterik-Kongress, Trump und Bleichmittel, Olaf Latzel, OCGIch glaube tatsächlich, dass das eine Art Grundbedürfnis von Menschen ist - und mit eine Erklärung, warum dualistische Weltbilder bei vielen so gut ankommen. Es macht das Leben eben einfach, wenn man die Welt klar in Schwarz & Weiß einteilen kann.
  • Fabian 3. Mai 2020 um 14:27 zu WSW8: Corona-Esoterik-Kongress, Trump und Bleichmittel, Olaf Latzel, OCGDanke für deinen Kommentar! Ja, das sehe ich genauso. Das gilt natürlich nur für Menschen, die bereits mit einer Gemeinschaft verbunden sind. Ich beobachte auch, dass gerade solche Verschwörungsmythen Zulauf bekommen. Und ja, ich fürchte auch: Differenzierte Sichtweisen bleiben auf der Strecke. Wer einfache Antworten hat, ist klar "im Vorteil". Leider. Liebe Grüße Fabian
  • Vera 3. Mai 2020 um 0:50 zu WSW8: Corona-Esoterik-Kongress, Trump und Bleichmittel, Olaf Latzel, OCGIch erlebe in meinem Umfeld plötzlich ganz viele Theorien, die ich als extrem schräg empfinde. Gern möchte ich all diesen Theorien offen gegenüber stehen, aber ich wende mich offensichtlich auch an das Gewohnte, denn ich war noch nie mit so viel, in meinen Augen, "Verschwörungstheorien" konfrontiert wie zu Corona. Vielleicht haben wir Menschen ein Bedürfnis, dass wir alles in "richtig" und "falsch" einsortieren können, nur Je älter ich werde, desto weniger glaube ich, dass "richtig" und "falsch" existiert.
  • Dominique 2. Mai 2020 um 18:41 zu WSW8: Corona-Esoterik-Kongress, Trump und Bleichmittel, Olaf Latzel, OCGKommentar zum Thema, ob Religiöse Gemeinschaften es aktuell einfacher haben, neue Mitglieder zu bekommen. Es kann gut sein, dass Gemeinschaften aktuell ihre Mitglieder intensiver an sich binden, sie bieten im besten Fall Schutz, Behütung und Verständnis an. Für Menschen, die sich jedoch zu keiner Gemeinschaft zählen, beobachte ich gerade einen stärkeren Trend nach Antworten, Zugehörigkeit, verstanden werden. Was ich mit großer Sorge beobachte, ist der „QAnon-Trend“ in den USA, der auch hier immer mehr Anhänger findet. Ich persönlich kenne einige Menschen, die Verschwörungstheorien immer mehr glauben und versuchen, andere von Ihren Ansichten zu überzeugen. Das geht teilweise so weit, dass sich ganze Familien zerstreiten und sich gesellschaftliche Lager (pro/Contra) bilden. Dadurch erhält es mehr mediale Aufmerksamkeit, Menschen mit weniger Bezug zum Internet fangen an, sich weiter darüber zu informieren und finden es dann als eine passende Antwort auf ihre Situation, in der sie sich gerade befinden. Selbst die AFD Leipzig identifiziert sich schon mit Teilen dieser Theorien und verbreitet sie online. Und so, wie QAnon mehr und mehr Anhänger findet, sind sicherlich auch andere Gemeinschaften dazu in der Lage. Nur ob hier Gemeinschaften die nicht mit „Der einfachsten Antwort“ hausieren gehen (wie beispielsweise die Landeskirchen), ebenso erfolgreich sind - das bezweifle ich.
  • Fabian 30. April 2020 um 8:39 zu #11.1 Post von den MormonenVielen Dank für das tolle Feedback!
  • Lars 29. April 2020 um 15:33 zu #24 EvangelischHallo Fabian Vielen Dank, für eine weitere aufschlussreiche Episode deines Podcasts. Sehr interessant und richtig, fand ich eure Meinung zur Kindstaufe, die in den großen Kirchen gängig ist. Ich selber wurde als Kind katolisch getauft und habe dann relativ früh gemerkt, dass ich mich mit dem Christentum nicht identifizieren kann. Warum ist hier erstmal nebensächlich. Nach meinem Austritt habe ich von der Kirche Post bekommen. In dem Brief wurde mir ein Gespräch angeboten, welches ich dann auch wahrgenommen habe. Als ich dem Priester dann meine Gründe nannte und ihm erzählte, dass ich mich durch meine Säuglingstaufe und später auch nicht bei der Kommunion, aus eigener Überzeugung zum Katholischen glauben bekannt habe, weil man in dem Alter nun mal eben tut was die Eltern für einen entscheiden, hat er mir erklärt, dass sich die Kirche selbst als Gemeinschaft der Getauften versteht. Die Kirche selbst kennt also keinen Austritt, weil es sich bei der Taufe um einen Beitritt und gleichzeitig um ein umwiderrufliches Sakrament handelt. Damit habe ich den Eindruck bekommen, dass die Kirche sich über meine persönliche Entscheidung hinwegsetzen möchte und mir damit meine persönliche Religionsfreiheit abspricht. Ich denke, dass ich da warscheinlich an einen etwas rückständigen Priester geraten bin und würde deshalb gerne mal dein eigenes Verständniss als Theologe, von der Annulierung eines Sakraments hören. Nochmals vielen Dank für deine Tolle Arbeit, mach weiter so! Liebe Grüße
  • Rolf 29. April 2020 um 12:50 zu #11.1 Post von den MormonenFbian auch ich schließe mich den Lobeshymnen der Anderen an. Wie du mit den Feedbacks und Richtigstellungen der Religionsgemeinschaften umgehst, ist vorbildlich. Du hast den nötigen Respekt und die Toleranz die nötig sind, um sich den Lehren und den Ausprägungen von religiösem Leben der Menschen angemessen zu nähern. Ich selbst führe seit Jahrzehnten einen Gesprächskreis Konfessionen/Religionen in dem ich folgende Fragestellungen verfolge Was kann man voneinander lernen? Wie kann man dem Einsseinsgebot Jesu entsprechen? Wie kann man verbinden und nicht diskriminieren? Wie kann man ein Verständnis für die jeweilige Sichtweise erzeugen? Welche Fakenews können aus der Welt geschafft werden? Auch du gibst spannende und kompetente Antworten auf diese Fragen. Vielen Dank!
  • Rolf 29. April 2020 um 12:15 zu #9 Neuapostolische Kirche: Warten auf JesusLothar und Alle Die NAK ist erfreulicherweise einem erheblichen Wandlungsprozess unterworfen worden, der auch noch nicht abgeschlossen ist. Aktuell gab es zusätzliche, massive Veränderungen im Amtsverständnis. Ich bin seit 40 Jahren in der gesamten Christenheit unterwegs und kenne fast alle Konfesssionen und Gemeinschaften aus persönlicher Anschauung. Problematische Aussagen und Verhaltensweisen gibt und gab es in allen christlichen Gemeinschaften. Nicht umsonst gab Jesus uns mit auf den Weg erst den Balken aus dem eigenen Auge zu ziehen, bevor man versucht den Splitter aus dem Auge des Glaubensbruders zu entfernen. Ich habe den Eindruck, dass die NAK und ihr dynamicher Wandlungsprozess sowie die Versöhnungsbemühungen in der apostolischen Konfessionsfamilie als best practise Beispiel für die ökumenische Bewegung herhalten können. In der NAK finden sich Elemente, die der übrigen Christenheit anscheinend verloren gegangen sind. Es lohnt sich diese Elemente einmal wohlwollend genauer anzuschauen, um sie zur eigenen Entwicklung zu verinnerlichen.
  • Rolf 29. April 2020 um 11:45 zu #11 Die Mormonen: Werden wie GottDie Idee, dass der Auferstandene in Amerika und vielleicht noch an weiteren Orten erschien, ist aus christlicher Sicht durchaus nachvollziehbar. Der Auferstandene Christus hat nach biblischem Zeugnis einen verherrlichten, von Raum und Zeit unabhängigen Leib. Er materialisierte bei den Emmausjüngern, bei Maria, bei den Aposteln einschließlich Paulus und einmal bei 500 Zeugen in unterschiedlichen Formen. Mit der Auferstehung folgt ein Paradigmenwechsel von der Errettung des Volkes Israels hin zur Hilfe für alle Menschen. Davon auszugehen, dass der Auferstandene nur im Gebiet um Israel erscheinen könnte, ist vermessen. Bei neuesten LDS-Lehrkonferenzen wurden Stimmen laut, die sehr stark in Richtung Trinitätsgedanke gingen. Ich habe den Eindruck, dass sich die LDS, zumindest in Deutschland, in einem Wandlungsprozess hin zu mehr Offenheit und Toleranz zu anderen christlichen Konfessionen befindet. Es macht Sinn, sich mit dieser Kirche im Dialog auseinanderzusetzen, um diesen Wandlungsprozess zu begleiten.
  • Andreas 28. April 2020 um 20:43 zu #24 EvangelischOh weh, jetzt war ich schon so in die „Copeland-Sache“ und die wie immer sehr gute Folge vertieft, dass ich die Einträge hier völlig vernachlässigt habe. Zur Sache: Vielleicht würde ich da ein wenig missverstanden. Ich beschäftige mich praktisch seit mehr als 25 Jahren mit dem Buddhismus, habe eine ganze Reihe buddhistischer Länder bereist und gut und gerne 100 Bücher über das Thema gelesen sowie mit einer Reihe buddhistischer Lehrer gesprochen. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir von Buddhismen reden. Da sind die unterschiedlichen Richtungen in Theorie und Praxis und vor allem die praktische Umsetzung. Wenn die Theravada-Praktizierenden den Buddha Statuen Blattgold anhaften und vor vermeintlichen Fußabdrücken Shakyamunis niederknien, oder wenn Mönche aus Bhutan ihre Götter, die ja eigentlich nur bildgewordene, geistige Aspekte sind, verehren, dann hat das viel mehr mit Ritualen zu tun, wie ich sie im katholischen Christentum finde, als mit den eher philosophischen Kernaspekten des Buddha. Ich bin überzeugt, dass viele Buddhisten die Lehre des Christentums enorm ansprechend finden und die Wiedergeburt in den jeweiligen Bereichen ist in der Interpretation fast nicht mehr vom christlichen Paradies zu unterscheiden. Wenn ich die großartige Erklärung von Hans Wolfgang Schumann heranziehe, der die buddhistische Wiedergeburt als nächste angestoßene Billardkugel erklärt, im Gegensatz zur hinduistischen Wiedergeburt als nächste Perle einer Perlenkette, und mich dann mit praktizierenden Buddhisten unterhalte, sind die Unterschiede enorm. Da sagen nicht wenige Nirvana und meinen damit Paradies, was ja bei der Kontemplation über Vergänglichkeit nicht die unattraktivste Lösung ist. Es ist korrekt, dass Nirvana ist in seiner (bzw. seinen unterschiedlichen) Definition(en) weitest möglich von „gegenständlich“ entfernt, aber ein Thai ist zumeist überfordert, wenn man ihm erklärt, dass sein Karma erlischt, weil die Tatabsichten nach der Erleuchtung nicht mehr vorhanden sind und er frei von allen Daseinsvoraussetzungen ist. Hä? Wat? Der komplexe Buddhismus ist teilweise sehr vereinfacht worden und das zu überwindende, weil immer mit Leid verbundene Dasein der empirischen Person ist einer Wohlfühlreligion gewichen, die mit möglichst viel angesammeltem „positiven Karma“ eine bessere neue Existenz verspricht. Irgendwie geschah doch alles aus der Angst, dass das (im Buddhismus eigentlich abzulehnende) Ich irgendwann vorbei ist. Ich hoffe, du liest das noch und hoffe, deine Frage ein klein wenig beantwortet zu haben
  • Michi 28. April 2020 um 0:10 zu #25 Kenneth Copeland und die Wort-des-Glaubens-BewegungServus Fabian, finde deine Hingabe für den Podcast super, die Themen sind immer sehtlr spannend und von Copeland hab ich zum Beispiel noch sehr wenig gewusst. Jedenfalls fettes Lob von mir. Ich hätte auch noch 2 podcast Themen die mir gefallen würden. Das wären zum einen die Jesuiten und einmal die Freimaurer. Wäre cool wenn die mal durchgenommen würden wenn du mal Zeit hast.
  • Fabian 24. April 2020 um 7:37 zu #25 Kenneth Copeland und die Wort-des-Glaubens-BewegungDanke für das Lob und den Buch-Hinweis. Werde ich mir mal anschauen! Liebe Grüße Fabian
  • Fabian 24. April 2020 um 7:36 zu #25 Kenneth Copeland und die Wort-des-Glaubens-BewegungLiebe Christine, Vielen Dank für dein Feedback! Du hast recht, das mit dem Satan habe ich zwar im Zuge des dualistischen Weltbildes erwähnt, aber bin nicht ausführlich auf die Konsequenzen eingegangen. Das liegt vermutlich daran, dass ich das beim Neucharismatismus verortet habe und da gedanklich immer schon einen "mach ich nochmal ausführlicher"-Haken dahinter habe, weil ich dazu nochmal eine extra Folge machen möchte. Da will ich dann auch auf die Probleme eingehen. Nichtsdestotrotz wäre es in der Tat angebracht gewesen, hier schon ein paar Sätze dazu zu sagen. Ist doch schon auch sehr prominent bei Copeland, wie du richtig schreibst. Liebe Grüße! Fabian
  • Christine 23. April 2020 um 23:06 zu #25 Kenneth Copeland und die Wort-des-Glaubens-BewegungHallo, die Folge war (mal wieder) toll und mit super Hintergrund. Ein bisschen zu kurz kam für mich, dass in dieser Theologie auch massiv mit Angst vor Dämonen und dem Teufel gearbeitet wird. Im Zusammenhang mit Covid19 finde ich es schon bemerkenswert, dass aus einem, wenn auch gefährlichen, Naturphänomen eine dämonische Bedrohung wird. Auch wenn es scho sehr komisch wirkt, wie Copeland die wegpustet, schürt er damit eben auch Angst vor der Welt, die in diesem Glauben voller Fallen ist. Mit so einem Weltbild spricht er zur Zeit wahrscheinlich (leider) die Ängeste vieler an.
  • Bithya85 22. April 2020 um 16:19 zu #25 Kenneth Copeland und die Wort-des-Glaubens-BewegungHallo 🙂 Tolle Folge, ich kenne vieles aus meiner Zeit in der Szene. Die Gemeinden waren zwar nicht so krass Wohlstandsevangelium, aber in diese Richtung ging es oft schon. Ich finde, wenn man das, was in manchen dieser Gruppen dynamisch passiert besser verstehen will, kann man das Buch von Ute Aland empfehlen, Gottesversprecher. Ist zwar ein Roman, aber er zeigt die Dynamiken sehr schön. Liebe Grüße!
  • Christina Drobe 22. April 2020 um 13:31 zu #24 EvangelischHallo Andreas, das ist ja spannend, dass Du Dich selbst zum Buddhismus hingewendet hast. Ich selbst kenne den buddhismus bislang nur aus Büchern. Deshalb habe ich eine Frage an Dich: Du schreibst, dass aus Deiner Sicht ein Buddhist, sich durchaus mit der Vorstellung des ewigen Lebens bzw. des christlichen Paradieses anfreunden könnte. Kannst Du mir sagen, wie? Bislang kenne ich das nur so: Im Zusammenhang der Karmalehre ist der christliche Glaube buddhistisch zwar schon auf dem Weg, sich aus der gegenständlichen Scheinwelt zu lösen und somit Samsara zu durchbrechen. Ich habe das aber immer so verstanden, dass es dabei nicht stehen bleiben sollte, weil die christliche Hoffnung auf das ewige Leben und das Paradies eben immer noch zu gegenständlich ist. Es wäre spannend für mich, von Dir zu erfahren, wie Du das zusammenbringen kannst. Herzliche Grüße, Christina.
  • Fabian 14. April 2020 um 12:37 zu #24 EvangelischTut mir Leid, wenn dir Kirche so begegnet (ist). Es gibt, gerade in Sachen Kirchgeld z.B., auch vieles, was ich kritisch sehe und was m.E. dringend geändert werden müsste. Was die Kirchensteuer (grundsätzlich, nicht in deinem geschilderten Fall der Nachforderung, den ich natürlich nicht beurteilen kann) betrifft, bin ich anderer Meinung. Aber das ist 1) eine Diskussion, die hier nun wirklich zu weit führt und 2) schon andernorts immer und immer wieder geführt wird. Liebe Grüße Fabian
  • Fabian 14. April 2020 um 12:31 zu #24 EvangelischHallo Andreas, du darfst gerne hier mit Christina über den Buddhismus diskutieren, ich bin da nur raus, weil ich da überhaupt nicht firm bin. Es gibt hier alle Freiheiten 🙂 Zu deinen anderen Punkten: Was das Schriftverständnis betrifft, kann ich deine Ausführungen nicht ganz nachvollziehen. Sascha hat es oben schon angesprochen: Wir Menschen erkennen eben als Menschen, erklären uns das, was uns begegnet, als Menschen. Also in unserer Begrenztheit und immer nur bruchstückahft. Insofern sind alle Aussagen auch in der Bibel erstmal menschliche Aussagen. Von Gott inspiriert sind sie m. E. (!) insofern, als dass sie eben Grunderfahrungen der Menschen mit dem Gott, an den sie glauben, beschreiben. Gott hat da nichts "diktiert". Du sprichst außerdem die Theodizee-Frage an (Gott in die Verantwortung nehmen), das ist nochmal eine ganz andere Baustelle, die letztlich eine individuelle Glaubensfrage ist. Ich bin auch hier (wie erschreckend oft :-D) auf Christinas Linie (siehe ihren Kommentar oben). Was den Evangelikalismus betrifft: Ja, da sind tatsächlich eigene Folgen geplant. Steht schon lange auf meiner Liste ... Liebe Grüße! Fabian
  • Fabian 14. April 2020 um 12:23 zu #24 EvangelischWelchen anderen Podcast meinst du? http://iyf.ruach.jetzt/? Den betrachte ich als eingestellt, mal sehen ob/wann sich das wieder ändert. Ich beschränke mich auf ein Projekt, und das ist im Moment Secta. Liebe Grüße! Fabian
  • Henrietta Pfahl 13. April 2020 um 18:30 zu #24 EvangelischBösartig gesagt: Nicht das Christentum, nicht den christlichen Glauben sehe ich als problematisch an, sondern die Amtskirche, die ich als extrem verkrustet, elitär und geldgierig erlebe. Es ist einfach, aus der Kirche auszutreten? Das erzähle ich meinen Bekannten, die vor Jahrzehnten ausgetreten sind und leider irgendwann den Zettel verloren haben, der ihnen das bestätigt. Dann nämlich stellt die Kirche - hach, wie zufällig - fest, dass sie ihrerseits nirgendwo die Bestätigung finden kann, dass ein Austritt stattgefunden hat und fordert tausende Euro verpasster Kirchensteuern nach. Natürlich weiß sie, dass sie damit die verlorenen Schäfchen nicht zurückbekommt, aber eine schöne Gelegenheit zum Nachtreten lässt man sich auch nicht entgehen. A propos Kirchensteuer: Was ist das für eine Kirche, die immer schön ihre Unabhängigkeit vom Staat betont, sogar eigene Gesetze erlässt, aber ihre Mitgliedsbeiträge vom Staat eintreiben lässt? Bitte kommt mir nicht mit dem Argument, das sei alles viel einfacher und billiger. Der ADAC hat ca 20 Millionen Mitglieder, das ist ungefähr die Größenordnung der Evangelischen Kirche, und die bekommen ihre Mitgliedsbeiträge auch. Der ADAC kommt übrigens nicht auf die Idee, seine Mitgliedsbeiträge bei Nichtmitgliedern einzutreiben. Die Kirche schon, bei steuerlich gemeinsam veranlagten, aber gemischt konfessionellen Ehepaaren. Ja, ich weiß, das heißt dann nicht Kirchensteuer, sondern Kirchgeld und ist WAS TOTAL GANZ ANDERES. All das hinterlässt bei mir nicht den Eindruck einer Organisation, die den Menschen das Heil bringen möchte, sondern seit Jahrzehnten im eigenen Saft schmort, der die Menschen egal sind, so lange sie nicht rummeckern und brav zahlen.
  • Sascha D. 13. April 2020 um 17:54 zu #24 EvangelischHallo Fabian, Hallo Christina, was die von Andreas aufgeworfenen Fragen angeht, möchte ich mich euch, Fabian und christina, im Prinzip anschließen. Ich möchte noch ergänzen, dass Gott aus christlicher (ud ich glaube auch aus islsmischer und jüdischer) Perspektive immer bis zu einem gewissen Grade unverfügbar ist und bleibt. Die Möglichkeiten des Menschen, ihn zu fassen oder zu begreifen, werden immer begrenzt bleiben. Menschliche Begriffe oder Vorstellungen, werden ihm immer nur bedingt gerecht. Wenn man das doch versucht, wird das schnell zum Götzendienst. Das steclt u.a. im altestamentlichen Bilderverbot. Das ist kein Plädoyer für eine negative Theologie o.ä., aber es soll sagen, dass alles, was Menschen über Gott safgen oder schreiben können, immer nur bedingt in der Lage ist, ihn zu "bescheiben" "bezeichnen" oder "erfassen". Das gilt natürlich auch für bibliche Aussagen. Man sollte Gott daher nicht zu einem "Sklaven der Schriftbuchstaben" machen bzw. ihn auf diese "festnageln". Das würde ihn (zumindest aus der Sicht der monotheistischen Religionen) klein machen. Außerdem ist die Bibel, wie ihr schon sagt, nicht ein Buch, sondern 66!! Diese sind von verschiedenen Autoren zu verschiedemem Zeiten mehr oder weniger unabhänig voneinander verfasst worden. Das griechische Wort "biblia" , von dem sich unser Wort Bibel und verwandte Wörter in anderen Sprachen, ableitet, ist dementsprechend auch ein Wort im Plural. Es bedeutet "Bücher" oder "Schriftrollen" und ist der Plural von "biblion", was "Buch" oder "Schriftrolle" bedeutet. Dass wir heute DER Bibel im Singular reden und das ganze als ein gebundenes Buch vorliegen haben, ist das Ergebnis eines historischen Zufalls/Prozesses. Das was uns da heute als ein gebundenes Buch vorliegt, ist im Grunde so etwas wie ein Sammelband verschiedener Bücher. Noch dazu ein mehrfach übersetzer und überlieferter. Alles andere haben Fabian und Christina im Grunde schon gesagt. Einige der von Andreas und anderen aufgeworfenen Fragen wären vielleicht auch was für Fabians anderen Podcast!! Nur so ein Vorschlag!! Ansonsten eine schöne Folge!! Gruß, Sascha
  • Andreas 13. April 2020 um 16:52 zu #24 EvangelischVielen Dank für euer Feedback, Christina und Fabian. Ich weiß nicht, inwiefern es gewünscht ist, an dieser Stelle einen Austausch "ausufern" zu lassen, der dann u.U. in einem "Dreiergespräch" endet und andere davon abhält, auf andere Aspekte des Podcasts einzugehen, zumal ja gerade der Buddhismus nicht unbedingt Thema der Folge ist. Dennoch möchte ich als jemand, der vor 26 Jahren Zuflucht zum Buddhismus genommen hat, sich mit unterschiedlichen Richtungen beschäftigt hat und ein klein wenig "in der Materie" ist, das Thema noch einmal aufgreifen. Es ist natürlich richtig, dass das buddhistische Nirvana nicht mit dem christlichen Paradies zu vergleichen ist und so wollte ich es auch nicht verstanden wissen, was mir anscheinend nicht sonderlich gut gelungen ist. Mir ging es in erster Linie um die Aussage, "einem Buddhisten widerstrebt ewiges Leben", denn Samsara ist nicht ewiges Leben, sondern wiederkehrendes leidhaftes Leben (und Sterben) und damit, zumindest für meine Auffassung, noch weiter vom Paradies entfernt als Nirvana. Nirvana oder Nibbana ist zwar das Erlöschen der empirischen Person, aber eben auch das Ende von Tatabsichten, die Erlöstheit von Begehren und Hass und das Zurruhekommen neuer Geburten. Natürlich auch das Nichtvorhandensein von Glücksmomenten, das stimmt natürlich. Ich unterstelle aber jedem Buddhisten, er würde sich mit einer christlichen Vorstellung eines Paradieses durchaus anfreunden können, was bei Samsara schwer vorstellbar ist. Nicht ganz umsonst entstand ja im Mahayana der Bodhisattva (mit anderer Bedeutung als dem Bodhisattva im Theravada) , der als Erleuchteter seinen Eintritt ins Nirvana freiwillig so lange aufschiebt, bis alle Wesen erleuchtet sind. Das entspricht zwar nicht mehr der ursprünglichen Lehre von Shakyamuni, trägt aber den Gedanken, erlöst zu sein, ohne so ganz von der Bildfläche zu verschwinden. Das ist zwar eine sehr vereinfachte Darstellung des Mahayana, aber das "große Fahrzeug" begann ursprünglich mit der Lockerung der strengen Regeln für die Mönche. Mir ist der Weg über Nagarjuna bekannt, aber das würde an dieser Stelle wirklich zu weit führen. Ich hoffe, ich konnte aber hier verständlich machen, worum es mir ursprünglich ging. Was buddhistische Lehren betrifft, fühle ich mich zumindest so sattelfest, dass ich mitdiskutieren könnte. Um den Bogen zur Arche Noah zu spannen, fehlen mir doch die Antworten auf all meine Fragen. Wenn wir die wörtliche Auslegung der Schrift ablehnen und feststellen, dass Menschen nach der Sintflut versucht haben, Gottes Handeln zu erklären, dann besteht doch die Möglichkeit, dieses Hochwasser, (u.U. ein ganz normales Naturphänomen), das mehrere Menschen und Tiere überlebt haben, Gott "in die Schuhe zu schieben", da eine menschliche Erklärung nicht gefunden wurde. Denn entweder ist die Schrift von Gott inspiriert, dann muss man Gott auch in Verantwortung nehmen dürfen, oder sie ist es nicht, dann sind doch viele Antworten auf Fragen der Menschen ihrer Zeit nicht aus göttlichem Wirken heraus gegeben worden, sondern lediglich religiös manifestierte Erklärungsversuche. Aber wie erwähnt, vielleicht bringe ich lediglich die Schrift und mein Verständnis nicht in Einklang. Und um noch einen Punkt zur Folge 24 anzumerken, was mir gefehlt hat war eine Behandlung oder ein kurzer Abriss der vielen evangelikalen Strömungen. Allerdings habe ich diesbezüglich die Hoffnung auf eigene ausführliche Folgen Liebe Grüße Andreas
  • Christina Drobe 13. April 2020 um 13:23 zu #24 EvangelischHallo Andreas, vielen Dank für Deine Rückmeldung! Zunächst einmal möchte ich auf Deinen Vorwurf antworten, dass es falsch sei, dass den Buddhisten die Vorstellung eines Ewigen Lebens widerstrebe. Du schreibst, die Vorstellung des christlichen Ewigen Lebens sei mit dem Nirvana zu vergleichen, nicht mit samsara, dem leidvollen Kreislauf der Wiedergeburt. Das ist meines Erachtens nur strukturell so: Das Nirvana ist im Buddhismus, das „Ziel“, das angestrebt wird. Das Ewige Leben im Reich Gottes ist aus christlicher Perspektive das „Ziel“, auf das wir hoffen. Beides ist das Ende von allem Leid. Inhaltlich sind Nirvana und Ewiges Leben aber keineswegs zu vergleichen. Das ist, um Dich zu zitieren, einfach falsch. Im Unterschied zum Christentum ist das Nirvana nämlich nicht als Leben gedacht, sondern als Nicht-Sein. Ich zitiere aus einem Fachbuch: „Der Buddhismus ist die Lehre vom Nicht-Selbst. […] Frei von Geburt, Krankheit, Alter und Tod ist das Nirvana höchstes Glück […], aber da es dort keine Empfindung mehr gibt, ist das, was die Glückseligkeit des Nirvana ausmacht, gerade das Nicht-Vorhandensein von Glück.“ (H. Bechert/R.Gombrich: Der Buddhismus, 2. Aufl., München 2002, Seite 48/53). Das muss gemäß der vier edlen Wahrheiten auch so sein, denn samsara – der leidvolle Kreislauf der Wiedergeburt – wird durch das Begehren, die Leidenschaften, den Glauben an ein unveränderliches Selbst und den Glauben an eine gegenständliche Scheinwirklichkeit angetrieben. Das wird im Nirvana völlig überwunden. Im Wortsinn kann das nicht als „Leben“ verstanden werden, weil unsere Vorstellung von Leben meist gegenständlich ist und von Individualität ausgeht. Das, was Christen unter „ewigem Leben“ verstehen, hat mit dem Nirvana, wie es buddhistisch verstanden wird, nichts zu tun: „Das Nirvana ist das Ende des Leidens, Befreiung vom Werden, aber es ist kein Paradies.“ (Bechert/Gombrich, Seite 53). So ist das Nirvana auch kein „Zustand“, wie Du es beschreibst. Ein Zustand setzt etwas voraus, das ist. Das wollte ich mit der Aussage, dass ein Buddhist die Vorstellung eines christlich gedachten ewigen Lebens ablehnt, sagen (zum nachhören: Kapitel „Sektenbeauftragte“ bei ca. 58 Minuten). Aus buddhistischer Perspektive kann und darf Ewiges Leben nicht das letztgültige Ziel des Glaubensweges sein. „Leben“ ist mit samsara verbunden und das wird im Nirvana endgültig durchbrochen. Die Lehre vom schrittweisen Durchbrechen des samsara im irdischen Leben im Rahmen der Karmalehre lasse ich hier jetzt außen vor. Denn die Hoffnung auf Ewiges Leben im Reich Gottes beinhaltet die Hoffnung auf leibliche Auferstehung, auf Individualität, auf ein Sein, auf ein Leben, in dem das Leiden überwunden ist. Das passt also nicht zusammen. Das muss es auch nicht. Es ist eine beschreibende und keine wertende Aussage. Es sollte veranschaulichen, dass es religiös nicht auf gemeinsame Fundamente ankommt, sondern auf gemeinsame Ziele in ethischer Hinsicht (common aims statt common ground). Ich bin sehr skeptisch gegenüber einem europäischen Wohlfühlbuddhismus, der die Pointe der Hoffnung auf das Nirvana verwischt. Zu Deiner Rückmeldung in Bezug auf das Verständnis der biblischen Geschichte von der Arche Noah hat Fabian unsere Position noch einmal super zusammengefasst. Dem schließe ich mich an. Eine andere Frage, die Du mit Deiner Auslegung der Arche Noah Geschichte in den Raum stellst, ist die Frage danach, woher die Naturkatastrophen (auch Corona) kommen. In der Geschichte der Arche Noah kommt die Sintflut als Strafe von Gott bzw. sie ist von den Verfassern der Geschichte so interpretiert worden. Das ist eine Möglichkeit. Dann stellt sich die Frage, wie so ein Gott als gnädig geglaubt werden kann. Die andere Möglichkeit ist die Annahme, dass Gott ohnmächtig gegenüber den Naturkatastrophen ist. Dann stellt sich die Frage, worauf wir angesichts des unfassbaren Leides noch hoffen können. Eine weitere Möglichkeit ist die, dass Gott nicht nur den freien Menschen, sondern auch die freie Schöpfung will, in der sich Naturkatastrophen aus verschiedenen Gründen ereignen. Dann stellt sich die Frage nach dem Sinn. Ich vertrete dennoch die letzte genannte Möglichkeit, denn ich glaube daran, dass Gott uns im Leiden nicht allein lässt und uns die Hoffnung schenkt, dass Leid und Tod nicht das letzte Wort haben werden. Da wären wir wieder bei der Hoffnung auf das Ewige Leben, die allen gilt, und der Hoffnung auf die Rettung im irdischen Leben, die leider nicht allen widerfährt. Das ist für mich die Pointe der Arche Noah Geschichte: Gott ändert sich und lässt die Naturkatastrophe, den Tod und das Leid nicht das letzte Wort über uns haben. Soweit von mir zu den genannten Punkten. Vielen Dank auch für das positive Feedback zum Podcast. Herzliche Grüße, Christina.
  • Fabian 13. April 2020 um 9:42 zu #24 EvangelischHallo Andreas, vielen Dank für deinen Kommentar! Ich verstehe dein Unbehagen und kann deine Position nachvollziehen. Zur Arche Noah möchte ich meine Perspektive noch dazulegen. Ich würde eben doch aufgrund meines Bibelverständnisses die Geschichte anders deuten. Die Bibel ist für mich ein Bericht, eine Bibliothek voll Bücher, die von Erfahrungen von Menschen (!) mit Gott berichtet. Kein von Gott wörtlich eingegebenes Wort. Es ist nicht Gott, der hier über seine Gefühle schreibt. Es sind Menschen, die versuchen, sich Gottes Handeln zu erklären. Daraus folgt - speziell für die Noah-Geschichte: Das wurde ja nach der Sintflut verfasst. Ganz ohne Bezug zu Gott kann man erstmal festhalten, die Menschen haben die Erfahrung gemacht, dass ihre komplette bekannte Welt vernichtet wurde. Und dass aber ein Teil überlebt hat. Sonst wären sie ja nicht da. Es handelt sich also um einen Katastrophenbericht aus der Rückschau. Und nun waren die Menschen vor die Frage gestellt: Warum hat Gott das gemacht? Das war deren Weltbild, und ist heute noch das Bild vieler Gläubiger: Gott muss das aktiv herbeigeführt haben. Auch das damalige Weltbild war der sogenannte "Tun-Ergehens-Zusammenhang": Wer Gutes tut, wird von Gott im Leben belohnt. Wer Schlechtes tut, trägt unmittelbar die Konsequenzen. Deshalb ist es schlüssig, wenn die Menschen damals aufschreiben: Die Menschheit muss verdorben gewesen sein, deshalb "reute es Gott, dass er die Menschen gemacht hatte." (Gen 6,5-6). Das ist (für mich) ein Versuch der Menschen, zu erklären, warum es zur Sintflut kam. Das eigentlich spannende aber ist, sich das Ende der Geschichte anzuschauen. Spannenderweise verändert sich nämlich Gott. Nicht der Mensch, was zu erwarten wäre. In Gen 8,21f heißt es dann: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Gott erkennt, dass die Menschen sich nicht ändern. Aber er schließt dennoch einen Bund mit Noah (vgl. Gen 9), den ich im übrigen nicht als historische, sondern als literarische Person verstehe, die exemplarisch für die gesamte Menschheit steht (das ergibt sich mir aus dem Gesamtkontext in der Urgeschichte Gen 1-9; ob Christina mir da zustimmen würde, weiß ich nicht). Für mich ist die Erzählung von der Arche Noah also tatsächlich wie für Christina eine Erzählung der Rettung und Treue Gottes anhand der Deutung einer Naturkatastrophe aus der Retrospektive. Was die Metaphorik betrifft: Den Umkehrschluss teile ich nicht. Die Bibel ist kein einzelnes Buch eines Autors, sondern eine Bibliothek von insgesamt 66 Büchern (wenn man die Apokryphen rauslässt). Mit einer so pauschalen Hernagehensweise wird man dem nicht gerecht. Und ja: Es gibt in der Bibel Gottesbilder, mit denen ich meine Probleme habe. Mit denen ich hadere und die ich auch nicht teilen kann. Es wäre aber auch komisch, wenn dem nicht so wäre: Es sind unterschiedliche menschliche Bilder von Gott! Es gibt aber auch eine Grundlinie, die ich erkenne, und die ist es, warum ich an der Bibel "festhalte" und sie in meinem Glauben wichtig ist. Soweit lass ich es mal an dieser Stelle und bedanke mich abschließend noch für dein Lob:-) Liebe Grüße! Fabian
  • Andreas Barnscheidt 12. April 2020 um 16:57 zu #24 EvangelischHallo Fabian, zunächst mal Frohe Ostern und ein herzliches Dankeschön für die Folge #24. Das Thema war ansprechend und, wie immer, kurzweilig und interessant behandelt. Gleichwohl war es das Thema, das mir inhaltlich am meisten Probleme bereitet hat, was nicht verwundert, da ich bereits 1994 aus der (katholischen) Kirche ausgetreten bin. Ursache für meine Reaktion sind zwei Aussagen deiner Mitstreiterin Christina, von denen eine faktisch einfach falsch ist und die andere sinnbildlich für eines meiner Probleme mit der Kirche darstellt. Fangen wir mal mit dem Fakt an: Christina hat behauptet, den Buddhisten widerstrebe eine Vorstellung von einem ewigen Leben. Das ist Unsinn, denn Samsara bedeutet zwar ewig (immer wieder aufs Neue) leben aber nicht ewiges Leben. Es bedeutet die ständige Wiedergeburt mit all seinen leidhaften Komponenten, die ja ein zentraler Punkt des Buddhismus sind und von den "Vier edlen Wahrheiten" behandelt werden. Vom christlichen Verständnis des ewigen Lebens ist das so weit entfernt, wie es nur entfernt sein kann. Viel eher passt hier der angestrebte Zustand des "Nirvana", der zwar bei weitem nicht so schlaraffenlandig wie im Christentum beschrieben wird, aber einen Zustand beschreibt, der zwar nicht beschrieben werden kann, aber eben frei von Samsara, also den ewig wiederkehrenden, leidhaften Komponenten ist. Der zweite Punkt betrifft die Thematik um die Arche Noah. Christina vergleicht die Thematik mit der Errettung durch Gott und führt den Tsunami als Beispiel an. Ich vergleiche es überhaupt nicht mit Rettung, sondern, ganz gegenteilig, mit Vernichtung. Laut Bibel hat es Gott BEREUT, den Menschen (also ein Abbild seinesgleichen) gemacht zu haben und wollte ihn vernichten. Zudem auch die Tiere. Warum? Weil er's kann. Das ist ein Akt der Barbarei, es ist egozentrisch und selbstverliebt. Der Mensch als Gesamtheit war seiner Meinung nach böse und nicht folgsam genug. Also löscht man ihn einfach mal eben aus. Natürlich auch Kinder, deren Möglichkeit, böse Taten zu verüben, doch äußerst begrenzt waren. Und natürlich auch die Tiere, ist doch scheißegal. Die Arche diente auch keineswegs zur Rettung einzelner Individuen, das Individuum war ihm eigentlich ziemlich egal, sondern es ging nur um die Erhaltung der jeweiligen Art. Ich dachte mir immer, dass ich so einen Gott nicht möchte. Und da Gott alles Leben mit der Erde "verderben" wollte und "alles untergehen" solle, besteht für diese Individuen auch keine Möglichkeit, dereinst vor dem jüngsten Gericht Bestand zu haben. Dumm gelaufen und mit meiner Vorstellung von Güte nicht zu vereinbaren. Daher sehe ich keine Ähnlichkeit mit der Errettung von Menschen, wie sie Christina beschreibt. Überhaupt habe ich ein kleines Problem mit der Auslegung der Bibel und der angeblichen Metaphorik. Es gibt eine ganze Reihe von Gleichnissen, die als solche gekennzeichnet sind. Im Umkehrschluss sollte das aber auch bedeuten, dass die anderen Stellen so zu verstehen sind, wie sie geschrieben wurden. Und da gibt es, du wirst es besser wissen als ich, eine ganze Menge inhumanes und krudes Zeug. Wie dem auch sei, ich LIEBE deinen Podcast und fühle mich immer ein wenig leer, wenn das erneute Warten auf die nächste Folge beginnt. Weiter so und liebe Grüße Andreas
  • Felix 10. April 2020 um 22:43 zu #23 Kirche des letzten Testaments (Vissarion)Hallo Fabian, ich bin heute auf deinen Beitrag gestoßen und möchte darauf eingehen und kann vielleicht einige Details ergänzen bzw. auch korrigieren. Denn ich war bereits zwei Mal in der sibirischen Gemeinschaft, insgesamt über 2 Monate und davon auch vier Wochen in der Wohnstätte der Morgendämmerung. Ich tauche sogar in dem Arte Beitrag auf, der im August gedreht wurde. Siegfried und Petra kenne ich auch ganz gut und habe auch die meisten anderen Deutschen Bewohner vor Ort kennengelernt. Außerdem habe ich so ziemlich alles vom Letzten Testament gelesen, was bisher auf deutsch übersetzt worden ist. Zunächst einmal allgemein zu deinem Beitrag. Ich finde die Art, wie du an die Gemeinschaft Vissarions von der Ferne herangegangen bist, alleine auf Internet-Recherche gestützt, sehr angenehm. Andere Beiträge auf deiner Seite habe ich mir nicht angehört, mir gefällt allerdings der Gedanke, sich mit unterschiedlichsten Strömungen zu befassen. Das habe ich auch getan, allerdings mehrfach sehr intensiv auch "von innen". Das hat mir keineswegs geschadet, sondern mich wachsen lassen. Deinen Beitrag über die Kirche des Letzten Testamentes fand ich in den meisten Teilen zurückhaltend, neutral, reflektiert. Wunderbar! Ein solche Herangehensweise würde ich mir viel öfter wünschen. Leider begegnen die meisten Menschen solchen für sie ungewöhnlichen, neuen Erscheinungen mit viel mehr Ablehnung, mit Angst und Verleumdungen, die sie irgendwo aufgeschnappt haben und die sie bereitwillig wiedergeben. Solche Aussagen zeigen dann meist viel mehr üben jenen, der sie macht, als über die Gruppe, über die gesprochen wird. Ich möchte einige deiner Aussagen ein wenig gerade rücken. Zunächst einmal untersagte Vissarion für den Beginn der Besiedelung der Wohnstätte der Morgendämmerung nicht Äxte, sondern Kettensägen. Sägen UND Äxte waren erlaubt. Mittlerweile werden aber auch Kettensägen eingesetzt. Es gibt dort mittlerweile auch Internet und die Gemeinschaft hat 2016 die Straße endlich fertiggebaut, sodass man keinen langen Fußmarsch mehr auf sich nehmen muss, wenn man in die Sonnenstadt will. Was die Kontrolle der Schulen angeht: Russland ist insofern freiheitlicher als Deutschland, als dass es keine Schulanwesenheitspflicht für die Kinder gibt. Aber es gibt eine Bildungspflicht und die wird dadurch überprüft, dass alle Kinder jedes Jahr eine staatliche Prüfung ablegen müssen. Und damit diese Prüfungen geschafft werden können, sind auch die Lehrpläne in der Gemeinschaft ganz ähnlich jenen im Rest des Landes. Ich habe in der Schule in der Sonnenstadt 2 Wochen lang Englisch unterrichtet, was mir eine Freude war. In Petropavlovka hat der Staat sogar eine neue Schule gebaut, in der sowohl der Direktor und die meisten Lehrer Nachfolger sind. Du sagtest, dass es keine soziale Absicherung gibt. Nun. Alle älteren Menschen bekommen die normale staatliche Rente. Es gibt Kindergeld. Außerdem gibt es für alle, die sich da anschließen wollen auch die Einige Familie. Das ist ein sehr wesentliche Absicherung für den Krankheitsfall und im Alter. Was die Einstellung zur modernen Medizin angeht, muss ich ein wenig korrigieren. Vissarion betrachtet die moderne Medizin wie eine Reihe von Bändern und Schnüren, die den Organismus notdürftig zusammenhalten können, aber nicht die Ursachen für seinen Verfall beheben. Das heißt, dass sie im Moment und für die überwiegende Mehrheit der Menschen noch nötig ist. Er verbietet auch keinem seiner Anhänger Medikamente. Und wenn sich jemand schwer verletzt, dann wird ihm natürlich geholfen, er wird ins Krankenhaus gebracht und dort professionell versorgt. Das nicht tun, würde ja der Nächstenliebe widersprechen, die an erster Stelle in der Gemeinschaft steht. In beinahe jedem Dorf gibt es einen Zahnarzt. In der Sonnenstadt war ich auch mal beim Arzt und der hat mir alle Wirbel wieder ausgerichtet, sodass sich die starken Verspannungen lösten. Geld hat er dafür nicht haben wollen. Ich habe mit einer Nachfolgerin vor Ort gesprochen, bei der Brustkrebs vermutet wurde. Daraufhin ging sie ins Krankenhaus und bekam auch die Diagnose. Sie entschied sich gegen die Chemotherapie und versuchte es mit anderen Mitteln. Die nächsten Jahre waren nicht leicht, aber mittlerweile sind über 10 Jahre vergangen, ihr geht es verhältnismäßig gut und sie kann weiterhin alle ihre Arbeiten erledigen. Meine Großmutter hatte auch Brustkrebs, sie unterzog sich einer Chemotherapie und starb. Sicher. Das sind nur zwei einzelne Beispiele und nicht repräsentativ. Aber sie zeigen doch deutlich, dass es nicht falsch sein muss, sich an manchen Stellen dem Empfehlungen der modernen Medizin zu entziehen. Du sagtest, dass Polygamie akzeptiert wird, vor allem bei Vissarion. Das ist schlicht falsch. Er gab der Gemeinschaft ja einige "Lichter, die den Weg zur Vollkommenheit erleuchten sollen". Diese werden traditionell auch einfach "Gebote" genannt. Das 53. dieser "Gebote" lautet nun: "In seinem Eheleben soll der Mensch nur einen Auserwählten haben, Denn die Naturliebe kann nur zwischen zweien entstehen, die einander verbunden sind. Die Naturliebe ist eine der drei Schwestern der Mutter Vollkommenheit und entsteht zwischen einem Mann und einer Frau. Wer sich davon abwendet, sie zu erreichen, schließt das Tor der Vollkommenheit vor sich. Wenn ein Mann danach trachtet, mehrere Ehefrauen zu besitzen, so kommt dadurch nur seine Schwäche gegenüber körperlichen Bedürfnissen ans Licht und die Unfähigkeit, Harmonie in der Naturliebe zu erlangen. " Menschen, die gerne verleumden, haben verbreitet, dass die Gemeinschaft Polygamie erlaubt, weil sie überhaupt nicht genau hinsehen und haben damit auch wieder mehr über sich selbst ausgesagt, als über die Gemeinschaft. Vissarion hatte mit seiner Ehefrau fünf Kinder. Dann haben sie sich getrennt und diese Frau ist mit den Kindern in die nächsten Großstadt gezogen (die beiden ältesten, längst erwachsenen Söhne sind mittlerweile aber wieder in die Gemeinschaft gezogen, wenn auch nicht direkt zu ihren Vater.) Dann, nachdem seine erste Ehefrau weggezogen war, kam er mit seiner zweiten Frau zusammen. Sowas passiert heute in der westlichen Welt andauernd und ist weder ungewöhnlich noch verwerflich. So, wie bei uns auch gibt es auch in der Gemeinschaft die Situationen, dass sich Liebe einstellt zwischen einem der Eheleute und einem dritten Menschen. In diesem Fall wird eine Art Zwischenzustand erlaubt (vor allem zum Wohle der Kinder), in dem möglicherweise auch mal für eine Weile drei Menschen in einem Haus leben. Das ist aber nicht so gedacht, dass dann eine Frau oder ein Mann gleichzeitig mit zwei Menschen ein Paar bildet. Dieser außergewöhnliche Zustand wird als Chance für inneres Wachstum betrachtet, weil die Eifersucht ein starkes Feuer des Egoismus sein kann. Und wenn man das eine Weile erträgt, kann man geduldiger und liebevoller werden, sodass die unschönen Emotionen der Eifersucht langfristig gelöscht werden. Besonders jene Menschen, die sehr eifersüchtig sind, können sich das überhaupt nicht vorstellen und packen diese Seite im Leben der Gemeinschaft gerne in die Schublade der Polygamie, wo sie aber nicht hineingehört. Ich bin einem solchen Paar begegnet, was so eine Phase durchgestanden hat. Sehr beeindruckend, aber das wäre eine längere Geschichte. Was die Religions- und Glaubensfreiheit angeht und die tatsächliche Zahl von Nachfolgern. Ich empfand es als äußerst wohltuend, dass es einen sehr harmonischen Verlauf gibt von jenen Menschen, die direkt bei Vissarion wohnen und sein Wort tief in sich aufgenommen haben und jenen, die weiter weg wohnen. In der Sonnenstadt wohnen ausschließlich Nachfolger (wobei die Kinder nicht automatisch als solche betrachtet werden und völlig frei entscheiden können, ob sie bleiben oder in die Welt gehen, wenn sie erwachsen sind.) Im naheliegendsten Dorf gab es zuletzt noch einen einzigen Einheimischen und 150 Nachfolger. Im nächsten Dorf sind 200 Nachfolger und 100 Einheimische. Dann im nächsten Dorf leben etwa 700 Nachfolger und 800 Einheimische... Und so weiter. Es gibt viele gute Beziehungen zwischen Nachfolgern und Nicht-Nachfolgern. Da werden keine harten Grenzen gezogen. Es sind in den letzten Jahren auch viele Menschen in diese Dörfer gezogen, weil sie die Natur und die neuen Menschen dort schätzen, auch wenn sie Vissarion nicht als Wiedergeburt Christi ansehen. Ich habe auch einen Österreicher kennengelernt, der mit seinem Fahrrad einmal um die Welt reiste und sich entschieden hat, dort zu wohnen, weil es ihm dort so gut gefällt, aber er brauche Vissarion nicht, wie er mir sagte. Ein Teil der Nachfolger, (nicht der Überwiegende) hat sich in den Dörfern jeweils noch ein wenig enger zur "Einigen Familie" zusammengeschlossen, was absolut freiwillig ist. Ich sprach auch mit einem Ehepaar, was einige Jahre in der Sonnenstadt wohnte und nun getrennt in zwei der Dörfern lebt. Sie beide sind aus der "Einigen Familie" ausgetreten, weil sie nicht mehr so viel beitragen konnten oder wollten, sind aber beide weiterhin Nachfolger. Ich fragte sie jeweils, ob es Probleme bei ihrem Austritt gab. "Nein, wieso Probleme?" War ihre Antwort. Ich glaube, man findet auch unter Russen kaum jemanden, der als erboster Aussteiger auftreten wird, weil die persönliche Freiheit eines der obersten Prinzipien in der Gemeinschaft ist. Niemand wird festgehalten oder gezwungen. Natürlich, wenn er sich zu etwas freiwillig verpflichtet hat und dafür auch Teil des Netzwerkes der Gemeinschaft sein will, dann wird schon darauf geachtet, dass er das auch einhält. Aber wenn er das nicht mehr möchte und wieder ein Stück zurücktreten will, kann das jeder jederzeit tun. Deine Darstellung über die Einstellung der Gemeinschaft zum Thema Ökologie fand ich sehr gelungen und stimmig. Ja, da besteht tatsächlich eine spirituelle Ökologie. Das bedeutet dann aber auch, dass es eine offene Müllhalde am Wegesrand gibt und die Russen sich nicht so sehr um auslaufendes Öl oder dergleichen kümmern. ... In ökologischem Bewusstsein könnte die Gemeinschaft und die Russen generell sicherlich noch einiges von uns Deutschen lernen. Das gehört auch zu den Dingen, die die Deutschen stört, die da leben. Vissarion sagt dazu, dass der Müll aufhört, wenn es keine Geschäfte mehr gibt, wo man einfach solche Dinge kaufen kann, die dann Müll erzeugen. Man soll möglichst alles selbst herstellen. Ja, das ist ein radikaler Ansatz. Aber wie du schon wunderbar gesagt hast. Bewundernswert, wenn Menschen das ernsthaft angehen. Und in der Gemeinschaft gibt es tatsächlich sehr wenige Autos, die Busse kommen nicht oft, werden dann aber gut genutzt. Das Essen kommt zum großen Teil aus dem Garten, das Baumaterial zum großen Teil aus den umliegenden Wäldern.... Mit so einem hohem Selbstversorgungs-Grad ist der ökologische Fußabdruck der Gemeinschaft sicherlich wesentlich geringer als der in Deutschland. Insofern könnten auch wir mit unserem "weit entwickelten ökologische Bewusstsein" noch einiges von der spirituellen Ökologie der Einfachheit lernen, welche die Menschen dort ganz selbstverständlich leben... Ich finde es auch bemerkenswert, dass viele Akademiker, Künstler und sogar hohe Beamte in die Gemeinschaft gezogen sind, ihre Stellung, ihren Ruf, ihre Karriere aufgaben, um sich dort zusammenzuschließen und selbst zu versorgen. Einige haben da ihren Lebensstandard bewusst ein Stück weit aufgegeben zum Wohle der Erde und zum Wohle der Menschheit aus ihrer Sicht. Das war wohl das, was mich am meisten beeindruckt hat. Für mich ist das eine geistige Qualität, die ich in Deutschland in diesem Ausmaße fast gar nicht finde: Demut. Ich fand es auch beeindruckend, dass du dich kritisch gegenüber den evangelischen Geistlichen aus Deutschland gezeigt hast, für ihre Art, über Vissarion zu sprechen. Das war stark und zeigt eine gewisse Größe und ein hohes Maß an Selbstreflektion! Gerne würde ich auch ausführlich über deine Kritik am Frauenbild der Gemeinschaft eingehen. Aber das würde den Rahmen hier wohl sprengen. Nur so viel: Hör dir nochmal genau an, was Vissarion dazu sagt, und versuche nicht, etwas da hinein zu interpretieren, was da nicht gesagt wird. Vissarion sagt, dass die Frau ihre Rolle annehmen soll, weil sich sonst keine Harmonie einstellen wird. Das bedeutet nicht, dass sie alleine die Verantwortung für die Harmonie in der Familie hat. Denn der Mann muss seine Rolle ja auch annehmen! Und diese Rolle ist mindestens genau so schwer. Denn es wird gesagt, dass vor allem ER die Verantwortung für das Glück, den Wohlstand und die Harmonie in seinem Haus hat. Wenn es da Probleme gibt, wird in der Gemeinschaft zuerst ER dafür zur Rede gestellt! Wenn sich ein Paar trennt, muss ER dafür sorgen, dass sie alles hat, was sie braucht. Du sagtest auch, dass die Frau ihren Mann befriedigen soll. Gleiches gilt aber auch anders herum, wobei die Frau den Mann vor allem mit materieller Nahrung versorgen soll, der Mann die Frau dafür aber mit geistiger. Das bedeutet zum Beispiel auch, dass der Mann der Frau helfen soll, wenn sie starke Emotionen hat und sie auffangen soll. ... Und natürlich ist der Mann für die Instandhaltung des Hauses und aller anderer Dinge drum herum verantwortlich. Vor allem in den letzten Jahren ist das Thema Mann - Frau ein Hauptthema der Gemeinschaft, dass sich zu unzähligen Gesprächen und Hunderten Seiten im Letzten Testament ausgewachsen hat. Vissarion hat sehr viel Präzisierendes dazu gesagt. Es wäre also ein bisschen voreilig, wenn man sich da an den wenigen Sätzen festhält, die da z.B. in dem Arte-Interview gesagt werden. ... In deinem Resumè hast du gesagt, dass du dem Gedanken, etwas abgewinnen kannst, dass sich etwas ändern muss und erwähntest, dass Vissarion auch von einem Super-Virus gesprochen hat. Das lässt schon aufhorchen, wenn man das im Lock-down liest, der die meisten zivilisierten Ländern der Welt wegen eines Virus betrifft. Und den Klimawandel und das 6. große Massenaussterben, vor allem verursacht durch den Menschen, kann doch kaum noch jemand abstreiten. Also wenn das nicht "die Endzeit" ist, wie in der Bibel beschrieben, was dann? Was ich beinahe schon lustig finde, ist der Gedanke an einen Massenselbstmord der Gemeinschaft. Die Idee von der Gründung der Gemeinschaft ist es, dass ein Teil der Menschheit auf jeden Fall überlebt, wenn die restliche Zivilisation in der Apokalypse mehr und mehr ins Chaos versinkt. Es geht dieser Gemeinschaft ums Überleben! Außerdem sagt Vissarion ganz deutlich, dass Selbstmord kein Ausweg ist, sondern der Seele dessen, der sich da umbringt, besonders schwierige Bedingungen auf ihrem weiteren Weg beschert. Keiner seiner Nachfolger wird auf die Idee kommen, sich absichtlich selbst umzubringen, auch nicht langsam und schleichend mit Schlafmitteln, Morphin, Alkohol oder Zigaretten, wie viele Menschen unbewusst hierzulande. ... Dieser Vergleich mit anderen Gruppen ist insofern völlig an den Haaren herbeigezogen und entbehrt jeder Grundlage. Ich finde es auch geradezu amüsant, wenn ein Christ eine Gemeinschaft deswegen kritisiert, weil sie fest an einen einzigen Menschen glaubt. Ist das nicht das Fundament des christlichen Glaubens? Der Glaube an diesen einen Menschen, der die Wahrheit, das Licht und der Weg ist? Glauben nicht gerade die Christen an die Worte Jesu, dass man nur durch ihn, den Sohn Gottes, zum Vater kommen kann? Und wäre der Welt nicht viel Leid erspart geblieben, wenn alle Christen sich einfach nur an jene wenigen zentralen Aussagen Jesu gehalten hätten, wie etwa: Liebe deine Feinde... ? Das haben die Christen aber nicht getan. Man könnte sagen, dass sie an irgendwelche selbstsüchtigen Vorstellungen geglaubt haben, aber eben nicht an das, was Jesus selbst gesagt hat. Und zum Schluss noch etwas: Wie viele Nachfolger hatte Jesus in seinen Lebzeiten? Wie viele von ihnen hielten zu ihm, als er gekreuzigt wurde? Das waren nicht viele. Viele waren gegen ihn, vor allem die Schriftgelehrten glaubten ihm nicht und verurteilten ihn, weil er von sich als Sohn Gottes zeugte, auch wenn niemand ihm eine unedle Tat nachweisen konnte. Jesus entsprach nicht den Vorstellungen der Pharisäer, nicht den Vorstellungen von einem Messias, der mit Schillerglanz umgeben und begleitet von Engelsposaunen mit überirdischer Macht den weltlichen Thron besteigen, die ungläubigen Römer zerschmettern und die gläubigen Juden in den Himmel erheben würde. Jesus wurde von einer Frau auf der Erde geboren, reifte 29 Jahre eher unscheinbar heran, um dann seine Lehrzeit anzutreten. ... Die Parallelen zu Vissarion (die zum Teil ja auch nicht seinem Willen unterliegen) sind einfach erstaunlich, findet ihr nicht? Leider hat die überwiegende Mehrheit der Menschen noch immer die gleiche Tendenz bewahrt, jenes zu verurteilen, dass sie nicht kennen, weil es ihren Vorstellungen nicht entspricht. Gut, wenn die Menschen sich immerhin respektvoll und vernünftig mit neuen Phänomenen beschäftigen. Noch besser, wenn man sich ernsthaft für die Möglichkeit öffnet, dass Vissarion ja auch jener sein könnte, der er zu sein scheint. Es heißt ja auch "An den Früchten sollt ihr sie erkennen". Und die Früchte seiner Taten sind gut, außerordentlich gut. Oder etwa nicht? Liebe Grüße aus dem schönen Harz Felix
  • Fabian 29. März 2020 um 16:24 zu WSW7: Coronavirus, Church of Almighty God, Schwarzbuch EsoterikSehe ich auch so 🙂 Danke und liebe Grüße! Fabian
  • Fabian 29. März 2020 um 16:22 zu WSW7: Coronavirus, Church of Almighty God, Schwarzbuch EsoterikSteht auf meiner Liste! Kann aber noch etwas dauern... Liebe Grüße! Fabian
  • Sascha D. 29. März 2020 um 15:10 zu WSW7: Coronavirus, Church of Almighty God, Schwarzbuch EsoterikHallo zusammen, zu Ralph Drollingr (oder wie der heißt): Ich würde sagen, viele der von ihm verhassten umweltschützer, haben mehr Christentum in ihrem kleinen Finger als dieser Mensch!! Und wenn sich einer "gegen die Natur versündigt", dann ist es die, von diesem Kabinett (alle,m Anschein nach) hofierte, Großindustrie (Öl- und Autokonzerne & co.), gegen die die hier verhasste Umweltschutzbewegung immer wieder kritisch Stellung bezieht Dass jemand sowas von sich gibt und sich auch noch Christ nennt, ist an Aberweitz nicht zu übertreffen!! Glaubt dieser Mensch zufällig auch, dass man Diabetis kriegt, wenn man zu viel Gemüse und zu wenig Schokolade isst?? Wundert würde es mich jedenfalls nicht. Den Rest hast u im Prinzip schon gesagt. Auch das unterschreibe ich so!! Eine gute Zeit euch allen und bleibt gesund. Gruß Sascha
  • Rolf 29. März 2020 um 13:16 zu WSW7: Coronavirus, Church of Almighty God, Schwarzbuch EsoterikKleine Frage: Ist eigentlich eine Folge zu Falun Gong (Falun Dafa) geplannt? Sie sind eine der einflussreichsten Sekten aus China und auch in Deutschland aktiv.
  • Paula 21. März 2020 um 16:33 zu #11 Die Mormonen: Werden wie GottVielen Dank für die tolle Folge. Hab sie schon vor einiger Zeit gehört und musste heute wieder dran denken, als sie mir auf Instagram als Werbung angezeigt wurden. Sie werben damit, sich wieder wertvoller zu fühlen und sich bei Selbstzweifeln per WhatsApp an sie zu wenden (freudeinchristus.org)
  • Fabian 12. März 2020 um 13:57 zu #23 Kirche des letzten Testaments (Vissarion)Vielen herzlichen Dank, das freut mich sehr!