In Kürze:
- Ein unabhängiger Bericht deckt 40 Jahre spirituellen Missbrauch und psychologische Kontrolle bei den Bénédictines du Sacré-Cœur in Paris auf.
- Eine Äbtissin herrschte jahrzehntelang unangefochten über die Gemeinschaft und etablierte ein System der Unterdrückung.
- Der Bericht wurde von der Kongregation selbst in Auftrag gegeben und markiert einen wichtigen Schritt zur Aufarbeitung.
Ein erschütternder Bericht bringt ans Licht, was sich über vier Jahrzehnte bei den Benediktinerinnen vom Heiligen Herzen in Montmartre (Paris) abspielte: spiritueller Missbrauch, psychologische Kontrolle und ein sektenähnliches System, das von einer einzigen Frau dominiert wurde.
Die betroffene Äbtissin regierte von den 1970er Jahren bis zu ihrem Tod 2016 unangefochten über die Gemeinschaft. Laut dem Bericht der unabhängigen Kommission CIASEP (Commission indépendante sur les abus spirituels et les emprises psychologiques) etablierte sie ein Klima der Angst, in dem Nonnen psychisch manipuliert, isoliert und ihrer Autonomie beraubt wurden.
Der Bericht beschreibt Mechanismen, die typisch für Kulte sind: totale Kontrolle über das Leben der Mitglieder, Abschottung von der Außenwelt, Unterdrückung kritischer Stimmen und die Erschaffung einer alternativen Realität, in der nur die Führungsperson die absolute Wahrheit kennt.
Bemerkenswert: Die Kongregation gab den Bericht selbst in Auftrag – ein wichtiger Schritt zur Aufarbeitung. Nach dem Tod der Äbtissin 2016 begann ein mühsamer, 13 Jahre andauernder Prozess der Erneuerung.
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